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Viel Platz bietet das geplante Mehrfamilienhaus an der Breitenau 15 in Unterammergau. 

Nächster Schritt beim kommunalen Wohnungsbau

Unterammergau: Kredit sichert schnellen Baustart

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Der Schuldenstand steigt, aber aus einem guten und wichtigen Grund: Die Gemeinde Unterammergau nimmt ein Darlehen auf, um im Rahmen des kommunalen Wohnungsbaus ein Mehrfamilienhaus zu errichten. Mit den Arbeiten soll es bereits im November losgehen.

Unterammergau – Die Wohnungsnot steigt. Die Grundstücks- oder Mietpreise kraxeln in die Höhe. Ein drängendes Problem. Bundesweit. In den ländlichen Regionen sieht’s nicht besser aus. Auch im Landkreis besteht Siedlungsdruck. Davon bleibt Unterammergau nicht verschont. „Alle schreien immer, man soll was machen“, sagt Bürgermeister Michael Gansler (FDU). Die Gemeinde hat reagiert. Auf eigener Fläche wird ein Mehrfamilienhaus für sechs Parteien entstehen. Und schon bald geht’s los.

Das Projekt läuft über das kommunale Wohnraumförderprogramm (KommWFP) ab. Heißt: Der Freistaat unterstützt Gemeinden, angemessenen und bezahlbaren Wohnraum zu planen und zu bauen. „Wenn wir da nicht zugreifen“, sagt Gansler, „dann sind wir selber schuld.“ Die Genehmigung seitens der Regierung von Oberbayern liegt seit vergangener Woche vor, der Finanzierungsplan ebenfalls. Diese gute Nachricht konnte der Rathauschef den Gemeinderäten überbringen.

Die Gesamtkosten für das Vorhaben an der Breitenau 15 im neuen Einheimischen-Baugebiet zwischen Lachenbach und Scherenauer Straße belaufen sich auf 1,65 Millionen Euro. Der Förderantrag beinhaltet neben der Eigenleistung eine Bargeldeinlage der Gemeinde von 75 000 Euro. Außerdem wurde bei einer Wohnfläche von 395 Quadratmeter ein monatlicher Mietpreis von 7 Euro je Quadratmeter festgelegt, teilte der Bürgermeister mit. Damit waren die Volksvertreter mehrheitlich d’accord (10:1 Stimmen/dagegen Robert Stumpfecker/FUZ).

Dazu hat das Landratsamt geraten:

Zwar erhält die Kommune eine Finanzspritze von 495 000 Euro, ist aber dennoch auf einen Investitionskredit angewiesen. Zumindest, wenn man vorausschauend plant. „Eigentlich bräuchten wir jetzt kein Geld“, macht Gansler auf Nachfrage deutlich. Doch das Landratsamt gab der Gemeinde einen gut gemeinten Rat mit auf den Weg: den Kredit von 777 000 Euro – er wird über das Förderinstitut der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt mit einem Zinssatz von 0,99 Prozent auf 30 Jahre abgewickelt – in den Nachtragshaushalt für 2017 zu packen. Das hat ganz pragmatische Gründe. Der Gemeinderat verabschiedet den Etat für 2018 voraussichtlich erst im kommenden März. Will die Gemeinde aber schon früher bauen, würde sie in dieser „haushaltslosen Zeit“ kein Geld erhalten. Auch gegen diese Vorgehensweise hatte mit Ausnahme von Stumpfecker niemand etwas einzuwenden. Zumal das Darlehen durch die Einnahmen getilgt werden soll, wie Gansler betont.

Die behördlichen und finanziellen Voraussetzungen sind also geklärt, jetzt geht’s ans Eingemachte. „Wir legen an“, sagt Gansler euphorisch. Der grobe Zeitplan steht: Jetzt kümmert man sich um die Ausschreibung, im November sollen dann bereits die Erdarbeiten starten. Baubeginn des zweigeschossigen Hauses samt Speicher-Dachgeschoss hängt von den Witterungsverhältnissen ab, wird aber dem Bürgermeister zufolge für das Frühjahr 2018 ins Auge gefasst. Wenn alles klappt, könnte es im März losgehen.

Auftragsvergabe

Die Gemeinde hat unter Vorbehalt der Zustimmung zum vorzeitigen Baubeginn den Auftrag für Statik, Brandschutz und Energieeinsparverordnung zum Angebotspreis von 18 438 Euro an das Büro Müller vergeben (10:1-Stimmen).

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