Lässt sich feiern: Robert Stumpfecker gewinnt mit 61,9 Prozent und damit überraschend deutlich. Foto: Andreas Stück

„Fühlt sich gut an“

Sprachloser Sieger in Unterammergau: Stumpfecker setzt sich gegen Spindler durch

  • Katharina Bromberger
    VonKatharina Bromberger
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Im zweiten Anlauf hat‘s geklappt. Robert Stumpfecker hat eine neue ehrenamtliche Aufgabe. Er ist zum Bürgermeister von Unterammergau gewählt worden.

Unterammergau – Niederlagen kennt Robert Stumpfecker ja schon. Bei der Bürgermeisterwahl vor sechs Jahren unterlag er Michael Gansler. „In Trauer bin ich schon erprobt“, sagt er. Seit Sonntag auch im Feiern. Denn nun gehört er der Partyfraktion an. Party natürlich in abgespeckter Variante – der Corona-Virus hielt auch die Gruppierung Für Unterammergaus Zukunft (FUZ) von einer großen Feier ab. Angestoßen aber hat man auf den neuen Bürgermeister von Unterammergau. Der ohnehin kein Mann der großen Worte ist. Dem sie nach seinem doch recht deutlichen Sieg mit 61,9 Prozent gegen CSU-Mann Michael Spindler am Sonntagabend erst recht fehlen. „Ja, fühlt sich schon gut an.“ Mehr kommt da erst einmal nicht.

Sein Kontrahent Spindler zeigt sich ebenfalls nüchtern und wenig emotional. Mit einer Niederlage müsse man immer rechnen. „Die Enttäuschung hält sich noch in Grenzen.“ Vielleicht, meint der 45-Jährige, kommt sie noch. Am Sonntag jedenfalls fangen ihn seine Mitstreiter auf. Auf der Steckenbergalm sitzen sie auf ein Bier zusammen.

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Viel Erfahrung als Geschäftsleiter bei der Gemeinde gesammelt

Stumpfecker genießt seinen Sieg im Pfarrheim. Vor sechs Jahren trat der heute 52-Jährige als Neuling im Geschäft der Kommunalpolitik an, erzielte gegen Amtsinhaber Gansler – er kandidierte bei dieser Wahl nicht mehr – mit 43,81 Prozent der Stimmen ein mehr als achtbares Ergebnis. Zudem zog Stumpfecker für die FUZ in den Gemeinderat ein, sammelte Erfahrungen. Und künftig – führt er dieses Gremium an. „Fühlt sich gut an“, sagt er noch einmal. „Aber das muss man schon erst einmal verdauen.“

Die Enttäuschung hält sich in Grenzen: Michael Spindler (3. v. r.) im Kreis seiner Unterstützer.

Auch wenn man sich mit einer möglichen Zukunft als Bürgermeister natürlich im Kopf auseinandersetzt, sich im Vorfeld viele Gedanken über das Amt, die Herausforderungen und die Aufgaben macht – wenn alles plötzlich Wirklichkeit wird, ist es dann doch noch einmal eine andere Sache. „Da kommt jetzt einiges auf mich zu. Da muss man sich erst einmal hineinfinden.“ Sicher hilft ihm seine Erfahrung als langjähriger Geschäftsleiter der Gemeinde (2005 bis 2013). Aktuell arbeitet er als Vorsitzender der Privatwaldgemeinschaft Unterammergau, was sich gut mit seiner Aufgabe als ehrenamtlicher Bürgermeister vereinen lasse.

Für Spindler ändert sich kaum etwas. Als Gemeinderat will er sich – wie in den vergangenen 16 Jahren – weiter für seine Heimat engagieren, er wird weiterhin bei der Post als Betriebsassistent arbeiten. Die Zeit als Bürgermeisterkandidat will er trotz der Niederlage nicht missen. Als interessant empfand er es zu erleben, wie manch ein Unterammergauer auf seine Bewerbung reagierte. Vorsichtig beschreibt er das Verhalten Einzelner als „merkwürdig“. Man habe schon gemerkt, dass der eine oder andere mit Spindlers Kandidatur „vielleicht nicht ganz einverstanden war“.

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