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Es ist wieder ein Leonhardiritt wie aus dem Bilderbuch, weil auch das Wetter mitspielt.

Jüngste Teilnehmerin drei Jahre alt

Leonhardiritt 2019: Jugend trägt die Begeisterung weiter

Pferde mit kunstvoll geflochtenen Mähnen wurden samt Reiter beim Leonhardiritt in Unterammergau gesegnet. Die jüngste Teilnehmerin war geraden einmal drei Jahre alt.

Unterammergau– Gerade mal drei Jahre war die wohl jüngste, aktive Teilnehmerin beim 56. Leonhardiritt gestern in Unterammergau. Vor ihrem Papa Hubert sitzend, sahen die kleine Regina viele Zuschauer aus nah und fern neben ihrer Schwester Verena und ihrer Mama Michaela bei herrlichem Herbstwetter unter den vielen teilnehmenden Reitern und einigen prächtig heraus geputzten Kutschen.

Darin saßen neben Lokalpolitikern auch einige Freunde des traditionellen Umritts zur Wallfahrtskirche Heilig-Blut zu Kappel, die im Altar Reliquien des Hl. Leonhards, dem Schutzpatron der Tiere, birgt. Unter den Schaulustigen befand sich auch der junge Toni Stiewe mit seiner Mama Tina aus Nordrhein-Westfalen. Die Beiden machen gerade eine Kur in Hochried und wollten eigentlich auf einen Berg gehen. „Wir sind durch Zufall hier und gespannt, was uns hier erwartet“, so der Bub.

Auch die bei Aschaffenburg lebende Lena Krebs, die in den Herbstferien ihren Papa besucht, ist mit dabei. „Ich bin hier, weil ich die schön geschmückten Pferde und Kutschen anschauen will.“ Die Siebenjährige reitet seit ihrem vierten Lebensjahr, weil sie Pferde „einfach mag“.

Leonhardiritt 2019 in Unterammergau: Wer sind die Reiter?

Nicht schwer zu erraten, wo Trommler Nikolaus Krach herkommt.

Selbst hoch zu Ross sitzt dagegen die zehnjährige Sophie Maderspacher aus Oberammergau. Ein wenig aufgeregt sei sie schon, „obwohl ich reite, seit ich laufen kann. Meine Mama ist nämlich Reitlehrerin“, erzählt das Mädchen stolz. Ihr Pferd Nelius sei im Gegensatz zu ihr bereits Leonhardiritt-erfahren. „Ich finde es schön, mit anderen Reitern gemeinsam durchs Dorf zu ziehen“, sagt sie und reiht sich in die Reihe der Gleichgesinnten ein.

Bereits letztes Jahr ritt Victoria Radina aus Murnau in Unterammergau mit. Die Achtjährige lieh sich dafür das Pferd einer Freundin aus, die ebenfalls teilnahm. „Ich mag alle Pferderassen gleich gerne“, erzählt sie begeistert und wartet, dass die Pferde sich endlich in Bewegung setzen.

Beachtlich mit welcher Gelassenheit sich die Rösser trotz der lauten Blas- und Trommelmusik wenig später auf den Weg zur Kappel machen, wo Kurat Alfons Lay auf der Anhöhe den Festgottesdienst zelebriert und Landrat Anton Speer dankende Worte an die Teilnehmer richtet.

Leonhardiritt 2019 in Unterammergau: Bei den Stopps wurden die Pferde nervös

Nur bei den Stopps im sehr lang gezogenen Festzug wurden ein paar der Pferde nervös. Ihre Reiter ritten dann kleine Kreise, um sie abzulenken und zu beruhigen. Am Ende des Festgottesdienste wurden die Rösser dann noch vom Pfarrer gesegnet und mit Weihwasser besprengt, was ebenfalls keines der Tiere scheuen ließ. Die kunstvoll geflochtenen Mähnen und Schweife wurden mit bunten Blumen und Efeuranken zu echten Hinguckern. Kein Wunder, dass viele der Pferdebesitzer schon ganz früh morgens bei ihren Pferden im Stall waren, um das Fell der Pferde mit dem Striegel glänzend zu bekommen und die zeitaufwendigen Verschönerungen an den langen Haarpartien zu vollenden.

Fotostrecke: Leonhardiritt 2019 in Unterammergau

Fazit: Es war diesmal wieder ein Leonhardiritt wie aus dem Bilderbuch, weil auch das Wetter mitspielte. Die Reiter hatten im Gegensatz zu den Vorjahren nicht mit Regenschauern, Sturmböen oder Schneegestöber zu kämpfen, und zur Freude der Organisatoren gab es keinerlei negative Zwischenfälle.

VON MICHAELA FELDMANN

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