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Der Leonhardiritt in Unterammergau hat zahlreiche Besucher angezogen, obwohl Sturmtief Herwart für Windböen und grausiges Herbstwetter sorgte.
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Der Leonhardiritt in Unterammergau hat zahlreiche Besucher angezogen, obwohl Sturmtief Herwart für Windböen und grausiges Herbstwetter sorgte.
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Der Leonhardiritt in Unterammergau hat zahlreiche Besucher angezogen, obwohl Sturmtief Herwart für Windböen und grausiges Herbstwetter sorgte.
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Der Leonhardiritt in Unterammergau hat zahlreiche Besucher angezogen, obwohl Sturmtief Herwart für Windböen und grausiges Herbstwetter sorgte.
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Gut ausgerüstet mit Decke und Hut: Die Brüder Mangold aus Oberammergau lenken den Wagen mit dem Heiligen Leonhard.
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Dekan Thomas Gröner segnet die Pferde: Aufgrund des schlechten Wetters findet der Gottesdienst nach dem Umzug in der Pfarrkirche statt.
Leonhardiritt in Unterammergau
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Der Leonhardiritt in Unterammergau hat zahlreiche Besucher angezogen, obwohl Sturmtief Herwart für Windböen und grausiges Herbstwetter sorgte.
Leonhardiritt in Unterammergau
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Der Leonhardiritt in Unterammergau hat zahlreiche Besucher angezogen, obwohl Sturmtief Herwart für Windböen und grausiges Herbstwetter sorgte.

„Bei schönem Wetter kann jeder leonhardi fahren“

Gute Stimmung beim Leonhardiritt trotz Sturm und Regen

Der Leonhardiritt in Unterammergau hat zahlreiche Besucher angezogen, obwohl Sturmtief Herwart für Windböen und grausiges Herbstwetter sorgte. Der Gottesdienst auf der Kappel-Wiese war heuer nicht möglich, dafür wurde eine Alternative gefunden.  

Unterammergau – Eigentlich wäre ein Regenmantel recht gewesen. Oder eine windfeste Funktionsjacke. Hubert Daser junior (42), sein Sohn Rupi (14) und Neffe Sebastian Guggemos (18) trugen stattdessen Lodenjanker, ihre Lederne, Wadlstrümpf’ und Trachtenhut. Mit den Stuten Ute, Uschi und Perle waren sie am Sonntagmorgen bei Wind und Wetter ans Unterammergauer Rathaus gekommen. Die Mähnen und Schweife der Tiere wehten im Wind. Dem prächtigen Blumenschmuck im Haar konnte das Wetter aber nichts anhaben. Der ist beim Leonhardi-Ritt Brauch. Zum 54. Mal fand er gestern in Unterammergau statt – trotz Sturmtief „Herwart“.

Der schickte Windböen, Regen und grausiges Herbstwetter nach Bayern – auch ins Ammertal. In Peißenberg (Landkreis Weilheim-Schongau) fiel der Leonhardi-Umzug buchstäblich ins Wasser und wurde verschoben. In Unterammergau bissen die Pferdefreunde die Zähne zusammen. „Es hilft ja nichts“, sagte Daser, Zweiter Vorsitzender der hiesigen Leonhardigesellschaft. Mit Sohn und Neffe rückte er als Vorreiter aus. Seine Frau Irmi, Tochter Elisabeth und die Schwägerin halfen beim Brotzeit- und Kuchenverkauf aus. Tradition ist eben Tradition.

Das sahen auch viele andere Einheimische so. 68 Pferde samt Reiter und Kutschen sowie die Musikkapellen Unter- und Oberammergau, Altenau, Ettal und Bad Kohlgrub waren ins Dorf an der Ammer gekommen, um dem Heiligen Leonhard ihre Ehre zu erweisen. Die Segnung der Tiere war heuer nicht auf der Kappel-Wiese möglich, wo der Gottesdienst normalerweise stattfindet. Vor dem Wallfahrtskircherl lenkten die Reiter rechts ein. Am Ende des Wegs – gegenüber vom Gasthof Dorfwirt – wartete Dekan Thomas Gröner samt Ministranten und Weihwasser auf Rösser und Rosserer. Den Gottesdienst hielt er anschließend in der Pfarrkirche St. Nikolaus.

Schon 2012 hatte das Wetter dem Leonhardiumzug einen Strich durch die Rechnung gemacht. Damals war es wegen Matsch und Schnee nicht möglich, die große Runde zu fahren. Ausfallen ließen die Mitglieder der Leonhardigesellschaft den Ritt trotzdem nicht. In den vergangenen 54 Jahren gab es nur einmal keinen Umzug, betonte Kassier Georg Simon. „Das war vor circa 20 Jahren – wegen Pferdegrippe.“ Simon fand es dennoch bemerkenswert, dass heuer so viele ihren Rössern das Geschirr angelegt und nach Unterammergau gekommen waren. Unter anderem sogar aus Mittenwald, Rottenbuch, Wildsteig, Murnau und Farchant. „Respekt, das freut uns wirklich sehr.“

Und auch die Zuschauer blieben heuer nicht aus. Hunderte Einheimische und Touristen standen mit ihren Mänteln, Regenschirmen und gezücktem Smartphones am Straßenrand, um den Leonhardiritt zu bestaunen. Zum Beispiel Gero (54) und Sabine Lorenz (51) aus Düsseldorf. Eigentlich machen sie gerade in Garmisch-Partenkirchen Urlaub. „Wir sind extra für den Umzug hergekommen“, betonte Sabine Lorenz. Traditionen faszinieren das Paar. Auch bei Sturm. „Es gibt kein schlechtes Wetter – nur schlechte Kleidung.“

Das war auch das Motto der 14 Frauen, die sich mit ihrer Kirchentracht im festlich geschmücktem Wagen durch Unterammergau kutschieren ließen. Heuer zum dritten Mal. Vom Kirchengwand und dem seidernen Tuch war allerdings wenig zu sehen. Die Frauen trugen dicke Lodenmäntel und einen Fuchs um den Hals. Wegen der Nässe. Gut gelaunt waren sie trotzdem. „Wir freuen uns sehr“, sagte Marianne Solleder aus Unterammergau mit roten Wangen. Ihre Söhne Josef und Klaus saßen als Fuhrmänner vorne. Und das, obwohl Letzterer seinen 23. Geburtstag feierte. Als Dankeschön gab’s einen Kuchen – mir 23 Kerzen. Auch Landrat Anton Speer war froh, dass doch so viele Besucher und Reiter ins Dorf gekommen waren. Vor allem als Vorsitzender der Leonhardigesellschaft. Denn eines ist klar, betonte er: „Bei schönem Wetter kann jeder Leonhardi fahren.“

maw

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