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Ein gespenstisches Szenario – die zerstörte Hackschnitzelhalle mit dem Blechdach, darunter ein völlig ausgebrannter Lkw. Insgesamt wurden bei dem Feuer in der Holzindustrie sieben Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen.  

Ermittlungsverfahren könnte sich noch länger ziehen

Nach dem Großbrand in Unterammergau:  Staatsanwalt blockt ab

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Es handle sich um eine sehr komplexe Geschichte, heißt es von Seiten der Kripo. Deshalb gibt sie vorerst keine Informationen zu den Ermittlungen im Bezug auf den Brand der Holzindustrie preis. 

Unterammergau – Als wäre es gestern gewesen: So gegenwärtig ist vielen Unterammergauern noch der helle Feuerschein, der am Abend des 2. Oktober vergangenen Jahres über dem Ortsteil Au weithin zu sehen war. Ein Flammen-Inferno hatte sich binnen kürzester Zeit über die örtliche Holzindustrie ausgebreitet. Die große Lagerhalle im südwestlichen Teil des Areals, in der Hackschnitzel und Holzware gelagert war, stand in Vollbrand, ferner eine Lkw-Garage, in und neben der sich einige Fahrzeuge befanden. Nur dank des beherzten und umfassenden Eingreifens der Feuerwehren konnten Nachbargebäude, eine Schreinerei und eine Fahrzeughalle, von dem Großfeuer abgeschirmt und letztlich gerettet werden.

Wie intensiv und umfangreich dieser Einsatz für die Rettungskräfte war, verdeutlicht der Bericht, den jetzt die Freiwillige Feuerwehr Unterammergau veröffentlichte. Insgesamt waren 55 Fahrzeuge von Feuerwehr, THW, gewerblichen Unternehmen sowie von privat beteiligt, 172 Kräfte bekämpften die Flammen. Aus dem Hydrantennetz der Gemeinde sowie aus der nahen Ammer wurden 2,5 Millionen Liter Löschwasser gefördert, in Spitzenzeiten waren es 11 000 Liter pro Minute. Imponierende Zahlen.

Gerüchte im Ort kursieren

Nach Abschluss der Löscharbeiten, die sich über Tage hinzogen, und ersten Untersuchungen sowie die Auswertung von Spuren durch die Brandexperten der Kriminalpolizei verdichteten sich relativ schnell Indizien, die auf eine vorsätzliche Brandstiftung hindeuteten. Ein Autofahrer auf der Bundesstraße 23 hatte kurze Zeit nach Ausbruch des Feuers beim Vorbeifahren den Brand entdeckt und konnte der Kripo wichtige zeitliche Informationen liefern. Auch durch eine Reihe von Handy-Bildern gewannen die Beamten wertvolle Erkenntnisse.

Aufgrund weiterer Nachforschungen konnte die Brandausbruchstelle schließlich genauer lokalisiert werden. Garmisch-Partenkirchens Kripo-Chef Werner Burger: „Es deutet viel darauf hin, dass an der Außenwand der Hackschnitzelhalle das Feuer entstand und sich dann sehr schnell auf das gesamte Gebäude ausgedehnt hat.“ In den folgenden Tagen und Wochen waren Beamte der Kripo nach Angabe von Burger „sehr oft in Unterammergau“, um Befragungen durchzuführen und Angaben von vielen Zeugen, die sich auf einen Aufruf gemeldet haben, zu überprüfen. Wie derzeit der Sachstand der Ermittlungen ist, darüber „will und kann ich nichts sagen“, beteuert Werner Burger. Eine Anfrage bei der Staatsanwaltschaft in München ergab, dass es vorerst keine Informationen darüber geben wird, in welchem Stadium sich die Ermittlungen gerade befinden. Das offizielle Statement lautet: „Die Untersuchungen dauern an.“

Gut drei Monate nach dem Großbrand in der Holzindustrie kursieren immer wieder Gerüchte im Ort, wonach die Kripo bereits einen konkreten Tatverdacht beziehungsweise eine heiße Spur haben soll. „So etwas kommentiere ich nicht“, betont deren Leiter gegenüber dem Tagblatt. Burger bittet um Geduld und Verständnis für das Verhalten der ermittelnden Stellen, „da es sich hier um eine sehr komplexe Geschichte handelt, die auch überregional von Bedeutung ist.“ Das Ermittlungsverfahren laufe und könne sich eventuell noch weit in das Jahr 2018 hinein ziehen.

Großbrand in Holz-Betrieb in Unterammergau: Bilder

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