Eine unbebaute Wiese vor Bergpanorama.
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Angrenzend an Kunsthalle und Boutique-Hotel sollen auf knapp 8000 Quadratmetern 16 Chalets entstehen.

Material für Dächer wird noch geändert

Neuer Zeitplan fürs Chalet-Dorf in Unterammergau: Baustart erst nach der Passion

  • Tanja Brinkmann
    VonTanja Brinkmann
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Die Idee, die ersten Chalets bis zur Passion 2022 bezugsfertig zu haben, ist verworfen. Der neue Zeitplan sieht vor, das Unterammergauer Millionen-Projekt erst nach dem Gelübdespiel zu starten. So können auch alle offenen Fragen, etwa bezüglich der Innengestaltung, in Ruhe geklärt werden.

Unterammergau – Noch passiert nichts im Weiherfeld. Noch gibt es keinen Termin für den ersten Spatenstich. Der ehrgeizige Zeitplan, den die „Boutique-Chalets Lartor Projektgesellschaft mbH“ um Gesellschafter Christian Zott aufgestellt hat, ist hinfällig. Folglich steht bis zu den Passionsspielen 2022 noch keines der 16 Chalets, die auf dem Gelände südlich des Skulpturengartens geplant sind. Mit diesem Vorhaben rundet Unternehmer Zott das touristische Angebot um sein Boutique-Hotel Lartor und das Restaurant Hieronymus, den mSE Campus und die mSE Kunsthalle in Unterammergau ab. Dass dieses etwas länger als zunächst gedacht auf sich warten lässt, „ist schon in Ordnung“. Dr. Andreas Klement, Geschäftsführer der Weiherfeld GmbH & Co. KG, nimmt’s gelassen, dass sich der vorgesehene Ablauf geändert hat. „Jetzt können wir gründlich weiterplanen und dann in Ruhe mit dem Bau beginnen.“

Nachdem das Hotel während der Oberammergauer Passionsspiele, die vom 14. Mai bis 2. Oktober 2022 laufen, ausgebucht ist, hält er in dieser Zeit eine Baustelle auf dem angrenzenden Grundstück für wenig sinnvoll. „Das wäre eine Belastung für unsere Gäste“, meint Klement. Vielmehr kann er sich vorstellen, direkt nach dem Gelübdespiel zu starten. Dann hoffentlich auch zu etwas niedrigeren Materialkosten. Insbesondere die aktuell extrem hohen Holzpreise bringen ihn zu der Aussage, „dass momentan ein schlechter Zeitpunkt zum Bauen ist“. Die Betriebe allerdings sind trotzdem sehr ausgelastet, auch das spricht gegen einen Start in diesem Jahr.

Baugenehmigung vom Landratsamt liegt noch nicht vor

Zudem liegt die Baugenehmigung vonseiten des Landratsamts noch nicht vor. Nachdem so gut wie alle offenen Fragen geklärt sind, rechnet Klement aber in Kürze damit. „Ich erwarte keine Komplikationen.“ Gern denkt er an die Sitzung des Gemeinderats zurück, der sich im Februar mit 12:1-Stimmen für das Millionen-Projekt ausgesprochen hat. „Das wurde sehr positiv gesehen“, sagt der Geschäftsführer.

An diesem Donnerstag steht das Chalet-Dorf erneut auf der Tagesordnung des Gemeinderats (Beginn 19.30 Uhr in der Wetzstoa-Stubn). Thema ist das Material der Dächer. Ursprünglich war vorgesehen, auch dafür handwerklich gefertigte Kupferdächer zu verwenden. Das war allerdings vom Landratsamt abgelehnt worden. „Hintergrund ist der befürchtete Schwermetalleintritt in den Boden“, verdeutlicht Bürgermeister Robert Stumpfecker (FUZ). Deshalb haben die Bauherren umgeplant und wollen nun ein optisch ähnliches, aber aus Uweltsicht weniger bedenkliches Material verwenden. Für den Rathauschef „eine reine Formalie“.

Genau wie die Zufahrtsfragen, die das Landratsamt als Genehmigungsbehörde noch geklärt haben wollte. „Der Weg, der zunächst mit einem Geh- und Fahrtrecht belegt war, ist jetzt als öffentlicher Eigentümerweg gewidmet“, erklärt Stumpfecker. Auch die Parksituation sei durch eine entsprechend große Tiefgarage geregelt. Die Gäste stellen folglich ihre Fahrzeuge dort ab und werden samt ihrem Gepäck mit Golfcarts oder Ähnlichem zu ihren Unterkünften gebracht.

Bürgermeister verspricht sich vom Chalet-Dorf einen Mehrwert für seinen Ort

Seien diese offenen Punkte endgültig geklärt, „steht dem Vorhaben nichts mehr im Weg“, bestätigt Landratsamtssprecher Stephan Scharf. Ähnlich beurteilt der Unterammergauer Bürgermeister die Lage. „Ich sehe das Ganze positiv.“ Vom Chalet-Dorf verspricht er sich nicht nur einen Mehrwert für das angrenzende Boutique-Hotel, sondern fürs ganze Dorf, „das größtenteils hinter den Plänen steht“.

Der Entwurf des international renommierten Büros MGF Architekten trägt Klement zufolge dazu bei. Er hält insbesondere auf Professor Hartmut Fuchs große Stücke. Dieser gehe „sehr feinfühlig“ vor. „Er hat Verständnis für die Umgebung und die Natur, die hier prägend ist und in die das Chalet-Dorf eingebettet wird.“

Das Konzept sieht 16 Unterkünfte auf dem knapp 8000 Quadratmeter großen Areal vor. Zwölf zweistöckige im oberen Abschnitt, vier einstöckige in Richtung Hofstadelstraße. Damit die Höhenentwicklung passt. Jedes verfügt unter anderem über einen offenen Wohn-Essbereich, eine kleine Sauna und einen Hot Tub. Dieser steht später einmal im Freien, positioniert im Gebäudeeinschnitt. „Dadurch hat man Privatsphäre“, betont Klement. Dank des dort offenen Dachs „schaut man in den Himmel“.

Während die Außengestaltung weitgehend steht, müssen sich die Bauherren noch für einen Entwurf für die Innenräume entscheiden. „Uns liegen zwei vor“, sagt Klement. Die Zeit, die durch den verschobenen Baubeginn gewonnen wurde, wird auch dafür genutzt, einen davon sorgfältig auszuwählen.

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