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Soll sich verändern: Die Gemeinde will die Obere Dorfstraße ausbauen und sanieren.

Streit um Ausbau 

Obere Dorfstraße: Enttäuschung bei der Bürgerinitiative

Keine Diskussion, nicht einmal ein Austausch, und eine Planung mit vielen Fragen bei der Finanzierung. Maximilian Lindauer wohnt an der Oberen Dorfstraße und stellt klar: Mit der Entscheidung des Gemeinderats sind mitnichten alle Nachbarn zufrieden.

Unterammergau – Kurz und sachlich: So hat der Unterammergauer Gemeinderat im Februar über die Ausbaubreite für die Obere Dorfstraße entschieden. Wer meint, dass damit der monatelange Streit mit der Bürgerinitiative beigelegt ist, der irrt. Es hätte der Eindruck entstehen können, „dass die Anlieger mehrheitlich mit dem Beschluss einverstanden wären“, sagt Maximilian Lindauer stellvertretend für seine Nachbarn. „Das ist aber definitiv nicht der Fall.“ Vielmehr ärgere man sich in der Oberen Dorfstraße noch immer darüber, wie seitens der Lokalpolitiker ein Schlussstrich unter die andauernde Entscheidungsfindung gezogen wurde. „Das Format einer Gemeinderatssitzung sieht keine Diskussion mit den Anwohnern vor.“ Daran hätten sich die Bürger gehalten. Zugleich habe der Wunsch nach Austausch bestanden. Besonders deshalb, weil von den Räten weder die Argumente, noch die Ideen der Initiative thematisiert worden seien. „Leider fand die Abwägung dieser Punkte nicht statt“, unterstreicht Lindauer.

Er erinnert an den emotionsgeladenen Diskussionsabend Anfang Oktober 2017. Damals habe es von Seiten des Gremiums geheißen, dass unterschiedliche Meinungen zur Straßenbreite vorliegen. „Jetzt scheint man sich einig zu sein, egal welches Argument genannt wird.“

Wie berichtet, gingen die Meinungen zur künftigen Breite der Dorfstraße deutlich auseinander. Während die Bürger es schmal wollten und für 4,50 Meter plädierten, sprach sich der Gemeinderat für 5,50 Meter aus. Letztlich entschieden die Lokalpolitiker, dass die Asphaltbreite 4,70 Meter betragen soll, bei einer Abtretungsfläche von 5,50 Metern. „Das führt für die Anwohner unter anderem durch den Wegfall von Stellplätzen und Stauraum zu erheblichen Nachteilen“, macht Lindauer deutlich. Wie man damit an der Oberen Dorfstraße umgeht, ist bislang unklar. „Weitere Schritte müssen noch besprochen werden.“

Bürgermeister Michael Gansler (FDU) hofft darauf, dass die Fronten nicht verhärtet und konstruktive Gespräche möglich sind. „Dann, wenn die Pläne vorliegen.“ Und zwar in der aktuellsten Form. Der Rathaus-Chef betont, dass – auch wenn es keinen direkten Austausch in der Gemeinderatssitzung gab – alle Fragen der Bürger „eigentlich beantwortet wurden“. Und dass viele der dargelegten Wünsche und Anregungen der Anwohner in die Planung nun mit eingehen. Ausgenommen ist davon freilich die Breite. Bis jedoch ein Bagger an der Oberen Dorfstraße anrollt, wird es noch lange dauern. Jetzt stehen die Verhandlungen mit den Anwohnern an, die ihren Grund für den Ausbau hergeben sollen. „Ich rechne mit einem halben bis einem Jahr“, sagt Gansler zu den Gesprächen.

Zeit, in der sich auch etwas mit Blick auf die Straßenausbaubeitragssatzung tun kann. Nachdem unklar ist, wie Straßenbauprojekte künftig finanziert werden und es viele offene Fragen gibt, gilt es auch für Unterammergau, abzuwarten. „Es braucht Rechtssicherheit“, betont Gansler mit Blick auf das künftige Finanzierungsmodell für die Gemeinde.

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