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An der Gebäudeplanung ändert sich laut der Gemeinde nicht viel. 

Betreiber bleibt noch geheim

Seniorenwohnheim in Unterammergau: Investor beantragt mehr Zeit

Es ist ruhig geworden um das Projekt, ein Seniorenwohnheim in Unterammergau zu bauen. Hinter den Kulissen tut sich aber etwas – weil für den Investor aus der Schweiz, die Frist abgelaufen ist. Er muss aktiv werden.

Unterammergau – Schon im Frühjahr vergangenen Jahres hatte eigentlich mal der Spatenstich am Lachenbach erfolgen sollen. Bis heute hat sich auf der Fläche, auf der ein Seniorenwohnheim gebaut werden soll, aber nichts getan. Nun läuft zum Monat August, wie Bürgermeister Michael Gansler (FDU) auf Anfrage erklärt, die Frist ab, in der der Schweizer Investor Werner Rixen Tatsache schaffen muss. Mit diesem Thema wird sich der Gemeinderat am 3. August beschäftigten.

„Wir haben ein Schreiben bekommen“, erklärt Gansler. Darin: Ein Antrag, die vertraglich festgelegte Frist zu verlängern. Bis Dezember wünscht sich der Investor mehr Zeit für das rund acht bis zehn Millionen Euro teure Projekt. Dafür gebe es auch eine konkrete Begründung.

Gansler zufolge verhandelt Rixen mit einem Betreiber. „Zu dem Namen haben wir jedoch Stillschweigen vereinbart“, erklärt der Bürgermeister. Er selbst habe aber in Kontakt mit dem potenziellen Partner gestanden und Informationen ausgetauscht.

Gemeinde hat Realisierungsfrist festgelegt

Was Zeit in Anspruch nimmt, sind Veränderungen, die aufgrund einer gesetzlichen Novelle aufgetreten sind: Seit Januar gibt es nicht mehr nur drei Pflegestufen, sondern insgesamt fünf Pflegegrade. Daraus würden sich neue Anforderungen bei einem Heimneubau – zum Beispiel bei der Aufteilung, also bei der Größe der Zimmer – ergeben. „Die Pläne werden nun miteinander überarbeitet.“ Gansler geht nicht davon aus, dass am Ende des Prozesses ein komplett neuer Bauantrag steht. Vielleicht eine Tektur für die Innenaufteilung, am Gebäude selbst soll sich nicht viel ändern. Demnach ist weiter geplant, auf 4500 Quadratmetern ein zweigeschossiges Gebäude mit Innenhof zu bauen. Ob es bei 14 Einheiten für betreutes Wohnen und 91 Zimmern bleibt, ist also noch unklar.

Wenn die Lokalpolitiker mitgehen und dem Antrag von Rixen entsprechen, bleiben fünf weitere Monate, um diese Planungen zu konkretisieren. Der Gemeinde hatte die Realisierungsfrist nach enttäuschenden Erfahrungen bei anderen Projekten festgelegt. Allen voran das geplante Schulungs- und Entwicklungszentrum von Christian Zott im Weiherfeld, bei dem die Kommune seit neun Jahren auf einen Baubeginn wartet. Seit 25 Jahren schon ist ein Seniorenwohnheim in Unterammergau Thema. Wenn es diesmal wieder Erwarten nicht klappt, kann die Gemeinde zumindest den Grund am Lachenbach zurückkaufen. Dieses Recht hat sie vertraglich gesichert.

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