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Der alte Schriftzug prangt noch am Haus, doch die Sparkasse ist schon seit einem Dreiviertel Jahr ausgezogen.  

Wirtshaus – Bank – und ?

Sparkassen-Gebäude in Unterammergau ist verkauft

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Gesucht und gefunden: Ein Münsinger hat zugeschlagen und das ehemalige Sparkassengebäude gekauft. Über den Preis spricht er nicht. 

Unterammergau – Einst saßen beim Schweiger-Wirt Menschen in geselliger Runde bei Bier und Brotzeit zusammen. Zuletzt wurden hier Geldgeschäfte abgewickelt. 35 Jahre lang. Ehe die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen auch die Filiale in Unterammergau auf ihre Streichliste setzte. Der nächste Schritt der Bank, der Verkauf des dominanten Geschäftsgebäudes in der Ortsmitte, war da nur logisch. Für 840.000 Euro bot das Institut das Schweiger-Anwesen in der Dorfstraße zum Verkauf an, und nachdem inzwischen etliche Monate ins Land gegangen sind, hat sich nun tatsächlich ein Käufer gefunden: Christian Tafertshofer, 44 Jahre alt, Immobilienunternehmer aus Münsing am Starnberger See.

Der Geschäftsführer und Inhaber der Immobilien GmbH Heita („Das ist ein Familienbetrieb“) war nach eigener Aussage schon eine gewisse Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Objekt; über das Internet stieß Tafertshofer dann auf das Objekt der Sparkasse: „Ein schönes altes Haus in einem netten ländlichen Ort“, so beschreibt der gebürtige Pollinger das Gebäude, das vor allem durch seine Lüftlmalerei an der Fassade des II. Stocks ins Auge sticht. Der Käufer begründet seine Entscheidung: „Ich habe ein vernünftiges Haus gesucht und wollte familiär investieren.“ Sprich, Tafertshofer sieht den Erwerb in erster Linie als Geldanlage.

Kein Schnäppchen

Was er nun mit der ehemaligen Sparkasse vorhat? „Vorläufig läuft alles normal weiter, das Gebäude bleibt erst mal ein Mietshaus.“ Immerhin beherbergt das Anwesen elf Wohnungen, vom Ein-Zimmer-Appartement bis zur 3 1/2-Zimmer-Wohnung. Die Grundstücksfläche beträgt 890 Quadratmeter, dazu gehören eine Garage und neun Kfz-Stellplätze. Das Gebäude ist inzwischen 215 Jahre alt, 1988/89 erfuhr es eine Totalsanierung. Welchen Preis der neue Eigentümer der Sparkasse bezahlt hat, will er nicht verraten, nur soviel: „Die Summe war angemessen, allerdings auch kein Schnäppchen, wie man vermuten könnte.“ Denn bei einem Altbau, so der verheiratete Unternehmer, der zwei Buben im Alter von neun und 13 Jahren hat und der viele Jahre in München gelebt und gearbeitet hat, könne man nie wissen, „was daherkommt“. Er erhofft sich generell „eine vernünftige Rendite“ mit diesem Immobilienbesitz.

Nachdem die Wohnungen vorerst erhalten bleiben sollen, sucht Christian Tafertshofer für die früheren Räumlichkeiten der Bank im Erdgeschoß, immerhin 164 Quadratmeter, einen Nachmieter. Spruchreif sei noch nichts. Fremd ist dem 44-Jährigen die Region des Ammertals im übrigen nicht. Seine Urgroßeltern stammen aus Bad Bayersoien, und als Kind lebte er einige Jahre in Schönberg. „Auch durch Ausflüge und Unternehmungen kenne ich die Gegend“, verdeutlicht Tafertshofer, der sich nun mit der Bürgerschaft in Unterammergau „ein gutes Miteinander“ wünscht. Beeindruckt haben ihn vor allem die Lüftlmalereien: „Das sind wunderbare Szenen über das frühere Leben auf dem Land, die da dargestellt sind. Das soll auf jeden Fall erhalten bleiben.“

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