Das Gebäude der Gemeinde entsteht in der Breitenau. 

Haushalt beschlossen

Unterammergau: Höchster Schuldenstand seit zehn Jahren

Der kommunale Wohnungsbau kommt Unterammergau teuer stehen. Die Gemeinde muss einen Kredit aufnehmen. 

Unterammergau – Der Tagesordnungspunkt Haushalt war fast abgehandelt, der Beschluss schon zum Greifen nah – da gab es doch noch Wortmeldungen und Diskussionen im Unterammergauer Gemeinderat. Der Vorwurf in Richtung Bürgermeister Michael Gansler (FDU): Er würde die Sanierung von Straßen im Außenbereich nicht angehen, das Thema nur vor sich herschieben.

Wie im Vorjahr hatte Kämmerer Alexander Müller die Zahlen und Fakten zuvor allein vorgetragen – ohne Kommentare der Lokalpolitiker. Auch als es zum Beispiel um 50 000 Euro ging, die in einen Aufzug im Rathaus investiert werden sollen. Für dieses Vorhaben, mit dem Menschen mit Behinderungen und Verletzungen entgegengekommen werden soll, hatte Gansler bis jetzt keine Mehrheit finden können. Und auch jetzt stimmte Robert Stumpfecker (FUZ) nur zähneknirschend zu. „Mir gefällt er nicht. Aber jetzt steht er drin.“

Michael Buchwieser (Freie Wähler) sprach die Straßen im Außenbereich an, die teilweise so kaputt seien, dass man „fast schon zum Sperren anfangen“ müsste. „Das ist gefährlich.“ Seine Kritik am Bürgermeister: Man dürfe nicht immer nur von der Sanierung reden, sondern müsse auch mal anfangen. Gansler wiederum forderte die Lokalpolitiker auf, ein Konzept zu erstellen. „Der Bürgermeister ist aber besser bezahlt als die Gemeinderäte“, warf ihm Michael Spindler (CSU) an den Kopf. Da bei den Straßenarbeiten bislang auch die Anwohner zahlen mussten, war für Gansler klar, dass Verwaltung und Gremium die Sache hätten gemeinsam angehen müssen. So wie beim umstrittenen Ausbau der Oberen Dorfstraße. Für das Projekt sind in verschiedenen Stellen Summen im Haushalt eingestellt. Etwa 120 000 Euro für den Grunderwerb. Wobei Müller einschränkte: „Mal abwarten, wie sich das ganze entwickelt.“ Viel Geld wird Unterammergau in diesem Jahr auf jeden Fall für das Haus ausgeben, das im Rahmen des kommunalen Wohnungsbaus in der Breitenau entsteht. 1,42 Millionen Euro an Ausgaben – in der Sitzung wurden unter anderem die Aufträge für Fenster und Türen sowie die Putzarbeiten vergeben – stehen im Vermögenshaushalt. Gleiches gilt auf der Einnahmenseite bei der staatlichen Förderung in Höhe von knapp eine halben Million Euro.

Um den Bau zu finanzieren, muss die Gemeinde dennoch einen Kredit von 777 500 Euro aufnehmen. Dadurch schießt der Schuldenstand – nachdem er in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf 174 990 Euro gesunken ist – auf 919 140 Euro hinauf. Annähernd so hoch waren die Miesen zuletzt vor zehn Jahren.

Außerdem greift die Verwaltung tief in ihre Rücklagen und entnimmt fast 900 000 Euro für weitere Investitionen. Zum Beispiel für die Erweiterung des Kindergartens, für die 460 000 Euro eingeplant sind. Stumpfecker forderte, in diesem Punkt über Alternativen nachzudenken. „Bevor ein Haufen Geld ausgegeben wird.“

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