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So soll es aussehen: das geplante Haus, das im Rahmen des kommunalen Wohnungsbaus entsteht.

Grünes Licht für Bauantrag

Unterammergau wird Wohnungsbauer

Es gibt zu wenig Wohnraum für Einheimische, und immer mehr anerkannte Flüchtlinge suchen ebenfalls eine Bleibe. Die Gemeinde Unterammergau wird nun aktiv: Sie baut ein Haus für sechs Parteien.

Unterammergau – Zwei Grundstücke stehen der Gemeinde Unterammergau im Entwicklungsgebiet mit Einheimischenmodell und geplantem Seniorenwohnheim am Lachenbach selbst zur Verfügung. Eines davon wird nun dafür genutzt, kommunalen Wohnraum zu schaffen: Der entsprechende Bauantrag stand auf der Tagesordnung im Gemeinderat. Gebaut werden soll schon bald.

„Am besten noch in diesem Jahr“, erklärt Bürgermeister Michael Gansler (FDU) auf Anfrage. Die Planung für das zweigeschossige Haus samt Speicher-Dachgeschoss liegt bereits vor. Demnach sind auf beiden Ebenen jeweils drei Wohnungen vorgesehen: zwei mit einer Größe von 75 Quadratmetern und eine mit 50 Quadratmetern. Der Speicher soll zum einen Abstellflächen bieten, zu anderen werden dort Heizungs- und Elektroanlagen installiert.

Um das Haus bauen zu können, kommt die Gemeinde nicht ohne Kredit aus. „Wir müssen im Finanzausschuss festlegen, ob wir ihn über 20 oder 30 Jahre abbezahlen wollen“, verdeutlichte der Bürgermeister in der Sitzung. Darauf basiere die Festlegung des Kreditzinses, der bei etwa 0,1 Prozent liege.

Die Kosten für das Gebäude liegen unterm Strich bei 1,5 Millionen Euro. Diese muss die Kommune nicht allein tragen: Es gibt Fördergelder für den kommunalen Wohnungsbau. Gansler rechnet mit 30 Prozent, also einem Zuschuss von rund 450 000 Euro.

Der Wohnraum, der auf diese Weise entsteht, soll Druck vom Markt nehmen. Die Wohnungen seien zum Beispiel für Familien gedacht, für die ein Hausbau nicht in Betracht kommt. „So können wir sie im Ort halten.“ Werden die Pläne für das Seniorenwohnheim realisiert, gebe es in unmittelbarer Nähe Wohnraum für dort Beschäftigte. Und nicht zuletzt müssen die Kommunen die Flüchtlinge unterbringen, die nach dem Asylverfahren anerkannt sind. Ihre Zahl steigt, und die Menschen können nicht ewig in den Unterkünften bleiben. „Das Problem wird uns im Landkreis irgendwann erdrücken“, meint Gansler.

Mit dem Bauantrag macht Unterammergau deshalb einen wichtigen Schritt. Als einziger dagegen gestimmt hat Michael Buchwieser (Freie Wähler). Für wäre es sinnvoller gewesen, wenn für die Gemeinde das Angebot angenommen hätte, das ehemalige Sparkassenhaus zu kaufen. Der Vorteil laut Buchwiesen: „Mit der gleichen Investition doppelt so viele Wohnungen.“ Kritik, die Gansler so nicht hören wollte. Er erinnerte daran, dass der Kauf per Mehrheitsbeschluss abgelehnt wurde. „Das muss man anerkennen und braucht nicht nachtarocken“, schimpfte er.

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