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Aus diesem Stadel im Wurmansauer Wiesmahd ragt die 15 Meter hohe Antenne in die Höhe.

Vodafone rüstet Standort im Wiesmahd nach Wurmansau auf

5G-Zeitalter wird nun auch im Ammertal eingeläutet

  • Ludwig Hutter
    vonLudwig Hutter
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Es war nur eine Frage der Zeit, bis auch im Ammertal das 5G-Zeitalter anbrechen würde. Jetzt ist es passiert.

Saulgrub/Unterammergau – „Drei 5G-Antennen in Wurmansau“: Mit dieser Information aus einer Pressemitteilung von Vodafone Deutschland schockte das Tagblatt vor kurzem Saulgrubs Bürgermeister Rupert Speer. „Was? Davon weiß ich nichts. Das ist mir völlig neu“, antwortete der Rathauschef. Tatsächlich stellte sich im Nachhinein heraus, dass hier kein Mobilfunkstandort in der Gemeinde Saulgrub betroffen ist – auch nicht die Anlage an der Bushaltestelle der B23 in Richtung Altenau. Mit Wurmansau gemeint war in der besagten Presseaussendung eine Position auf Unterammergauer Flur – nämlich im Wiesmahd zwischen den beiden Orten (Auffahrt ab Ganslers Kiesgrube). Dort waren vor kurzem tatsächlich Bauaktivitäten an einem Stadel spürbar. Aus dem Dach ragt eine insgesamt 15 Meter hohe Antenne heraus.

Bürgermeister Stumpfecker irritiert

Das Holzgebäude hat vor einigen Jahren die Gemeinde Unterammergau erworben und es danach an Vodafone verpachtet. Dort installierte der Konzern umgehend eine Mobilfunksendeanlage. Wegen beabsichtigter Änderungen der Vertragsmodalitäten rief vor kurzem ein Mitarbeiter des Anbieters bei Bürgermeister Robert Stumpfecker an. Unter anderem ging es um eine Vertragsverlängerung von 2024 bis 2030 sowie um eine Vergrößerung der Grundfläche von 15 auf 25 Quadratmeter.

Stumpfecker hakte in dem Telefonat nach, ob die Änderungen mit dem Ausbau zur 5G-Technik zu tun hätten. Die Antwort des Mitarbeiters war „Nein“. Es handle sich hier um eine frequenztechnische Angelegenheit, darauf habe die Kommune ohnehin keinen Einfluss. Stumpfecker will nun erneut mit Vodafone in Kontakt treten und die unterschiedlichen Aussagen geklärt wissen: „Noch habe ich den Vertrag nicht unterschrieben. Ich weiß nicht, was Sache ist.“ Indes räumt der Gemeindechef ein, dass der Passus „Ausbau bis zur Endstufe“ Bestandteil des Vertrags sei. Allgemein haben die Gemeinden beim Ausbau der Kapazitäten bei vorhandenen Sendeanlagen keinerlei Mitsprache mehr. Sie werden davon aber meist unterrichtet.

700 Megahertz Frequenzen

Die neuen 5G-Antennen in Wurmansau funken mit 700 Megahertz Frequenzen. Damit wird eine deutlich größere Fläche mit 5G versorgt, die künftige Reichweite beträgt etwa acht Kilometer. Warum Vodafone auch in dünn besiedeltem Raum expandiert? Angeblich gibt es dafür hohe Fördersätze vom Staat mit bis zu 90 Prozent der Kosten.

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