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Die Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen. Die Beamten machen sich ein Bild von der Situation und vernehmen.
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Mehr ist nicht übrig geblieben: die Reste des Holzlagers 36 Stunden nach dem Vollbrand.
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Komplette Zerstörung herrscht in einer Garage.
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Brandwache: Die Feuerwehr muss einen letzten glühenden Hackschnitzelhaufen im Auge behalten und bewässern.

Es wartet noch viel Arbeit   

Vollbrand in Unterammergau: Keine Hinweise auf vorsätzliche Tat

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Zwei Tage nach dem verheerenden Brand ist bei der Holzindustrie Unterammergau nochlange keine Ruhe eingekehrt. Auch gestern war eine Brandwache der Feuerwehr nötig. Die Untersuchungen der Kriminalpolizei gehen derweil weiter.

Unterammergau – Katastrophentourismus ist kein schönes Wort. Es beschreibt aber nur zu gut, was es auch gerade in Unterammergau zu beobachten gibt. Immer wieder fahren Autos zum Gelände der Holzindustrie, Menschen steigen aus, schauen herum. „Das geht den ganzen Tag so“, sagt Michael Spindler von der Feuerwehr. Mit zehn weiteren Kameraden hält er am späten Dienstagvormittag die Brandwache nach dem Feuerinferno aufrecht. Mittlerweile läuft die dritte Schicht. „Wir wechseln uns ab“, erklärt Spindler. Ihre Basis haben die Männer und Frauen in der Fahrzeughalle von Georg Simon, selbst einst aktiver Kamerad, aufgeschlagen. Sie steht rund 70 Meter von der Stelle entfernt, an der am Montagabend das Flammenmeer tobte. Trotz der Entfernung war die Hitze noch so groß, dass sich die Plastikabdeckungen der Halle verbogen haben.

Auch36 Stunden nach dem Vollbrand ist die letzte Glut noch nicht erloschen. Aus einem Hackschnitzel-Haufen steigt weiter Rauch auf. Die Feuerwehr misst stetig die Temperatur und setzt die Masse Spindler zufolge punktuell unter Wasser. „Trotzdem wird es uns langsam zu heiß.“ Die Kameraden warten praktisch nur darauf, den Haufen abzutragen und abzulöschen. Dann sei auch die letzte Gefahrenquelle versiegt, dann kann wahrscheinlich auch die Brandwache aufgelöst werden. Das geht aber erst, wenn die Kriminalpolizei das Gelände freigibt.

Zwei Brandfahnder nehmen am Dienstag alles genau unter die Lupe, lassen sich von den Holzindustrie-Vorständen Anton Burkart und Martin Beßenbacher die Begebenheiten zeigen. Die Arbeit der Polizisten ist in Unterammergau nicht einfach. „Sie versuchen, sich ein Bild zu machen“, erklärt Jürgen Thalmeier vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Nach einem Brand wie in Unterammergau, bei dem im Zentrum 1000 Grad Celsius herrschten, sei das Ausmaß der Zerstörung aber enorm. Erst wegen der Flammen, dann wegen des Löschwassers. Die Ermittlungen werden deshalb andauern. Soviel steht für die Beamten aber schon fest: „Es gibt keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung“, stellt Thalmeier klar.

Großbrand in Holz-Betrieb in Unterammergau: Bilder

Eine Nachricht, die erleichtert. Schließlich erschütterte genau vor einem Monat der Großbrand beim Lötschmüllerhof in Bad Bayersoien. Und dann gibt es die Gerüchte im Dorf. Burkart stellt klar: „Wir stehen nicht vor dem Aus.“ Vielmehr habe die Holzindustrie mit ihren mittlerweile nur noch drei Mitarbeitern in der Liquidationsphase schwarze Zahlen geschrieben. Deshalb sei es sehr gut denkbar, dass es weitergeht. Genauso sieht es Beßenbacher. Um den Holzhandel weiterzubetreiben, muss das Gebäude wieder errichtet werden. Noch könne aber nichts Konkretes über die Zukunft gesagt werden.

Beiden Männern sind die vergangenen Tage anzusehen. Der Schock sitzt noch tief, als sie die Kripobeamten übers Gelände begleiten. Die Fahnder bekommen am Donnerstag Unterstützung auf vier Beinen: Laut Thalmeier wird ein so genannter Brandmittelspürhund eingesetzt. Er kann mit seiner feinen Nase schnell erkennen, wo zum Beispiel Benzin in die Erde gelangt ist.

Genau das möchte am Dienstag auch Christoph Haggenmüller vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim wissen. Er entnimmt in einer der ausgebrannten Garagen Bodenproben. „Weil sich Diesel mit dem Löschwasser vermischt hat.“ Auch aus der Ammer, die durch Ölsperren geschützt wurde, sind Proben zu entnehmen. Derzeit geht Haggenmüller nicht davon aus, dass durch das zurückgelaufene Löschwasser ein nachhaltiger Schaden an dem Gewässer entstanden ist. Völlige Gewissheit können aber erst die Ergebnisse der Laboruntersuchung bringen. Das kann noch einige Tage dauern.

Als nächstes stehen nun die Aufräumarbeiten für die Holzindustrie an. Berge von verkohltem Holz liegen derzeit auf dem schlammigen Boden. Der Geruch von Ruß liegt schwer in der Luft und setzt sich auf dem Brandgelände sofort in der Kleidung fest. Große Müllcontainer stehen schon bereit. Sobald die Polizei grünes Licht gibt, können die Arbeiten richtig beginnen.

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