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Ein weiteres Projekt stemmen die WSV-Fußballer. Gestern ging es los. 

Im Sommer soll alles fertig sein

WSV Unterammergau saniert Trainingsplatz in Eigenregie - Kosten bereiten Kopfzerbrechen

Der Ball ruht, die Bagger rollen: Bei den Fußballern des WSV Unterammergau haben die Arbeiten am neuen Trainigsplatz samt Flutlicht begonnen.

Unterammergau – Normal wäre die Rückrunde bereits in vollem Gange, könnten sich erste Vorentscheidungen in Sachen Auf- und Abstieg bereits herauskristallisieren. Doch normal ist gerade nichts in Zeiten von Corona. Die Amateurvereine in der Region sind zum Nichtstun verurteilt: Kein Training, kein Spiel, kein geselliges Beisammensitzen im Vereinsheim.

Ein Klub im Landkreis indes ist in diesen Tagen durchaus gut beschäftigt – der WSV Unterammergau. Nachdem vergangenes Jahr noch diverse Vorarbeiten über die Bühne gingen, startet jetzt ein weiteres Projekt, das die Fußballabteilung organisatorisch komplett in Eigenregie stemmt – nämlich die Generalsanierung des Trainingsplatzes mit Errichtung einer wettkampffähigen Flutlichtanlage. Spartenchef Leonhard Gansler: „Wir haben uns dazu entschlossen, das Vorhaben trotz Corona durchzuziehen.“ Obwohl die Finanzierung den Verantwortlichen durchaus Kopfzerbrechen bereitet: Die beachtliche Summe von 163 810 Euro steht im Raum. Viel Geld für einen kleinen Verein.

Feste abgesagt: Keine Einnahmen

Vor allem ein Umstand hat die WSV-Abteilung dazu bewogen, jetzt anzupacken. Es gibt eine sehr hohe staatliche Förderung – 55 Prozent! Dazu Gansler: „Die Mittel des Bayerischen Landessportverbandes stehen jetzt zur Verfügung, doch der Fördertopf ist begrenzt. Wer weiß, was im nächsten Jahr wäre.“ Die Kommune gibt einen Zuschuss von 18 500 Euro. Somit verbleibt ein „Finanzierungsrest“ von gut 55 000 Euro. Geld, das der WSV irgendwie beschaffen muss: durch Eigenmittel, Spenden, Darlehen. Einnahmen hat die Sparte gerade keine, auch die geplanten Feste wie Half-Moon-Party und Vereineturnier mussten wegen Corona abgesagt werden. So ist man in Unterammergau auf jeden Euro angewiesen. Spartenleiter Gansler hofft, „dass wir finanziell irgendwie über die Runden kommen“.

Dass die Sanierung dringend ist, steht für den WSV außer Frage. Derzeit wird mehr oder weniger auf einer Wiese trainiert, mit spärlichem Bewuchs, Löchern, Rissen, kleinen Steinen und einem Gefälle von 2,40 (!) Metern. Fünf Jugend- und Seniorenmannschaften absolvieren darauf pro Woche zehn Trainingseinheiten. Jetzt soll der Platz vergrößert, instandgesetzt, nivelliert, eingeebnet und mit einer Drainage versehen werden. Er entspräche dann auch den offiziellen Maßen des DFB.

Beim Flutlicht „ein echtes Schnäppchen gemacht“

Doch was nützt ein runderneuerter Trainingsplatz, wenn im Herbst nicht mehr trainiert werden kann, weil es dunkel wird? Da haben die Fußballer des WSV laut ihrem Chef „ein echtes Schnäppchen“ gemacht. Auf einer Fußball-Bezirkssportanlage in München wurde eine gebrauchte, technisch aber noch voll funktionsfähige Flutlichtanlage demontiert. Die Unterammergauer richteten eine Anfrage an die Stadt, und tatsächlich: Es klappte! Mehr oder weniger zum Nulltarif wurden ihnen die sechs Masten von 16 Metern Höhe mit acht Strahlern zugesprochen. Ein Spielervater übernahm den Transport, und schon war der Coup perfekt. Diese Anlage soll nun am neuen Trainingsplatz wieder aufgestellt werden. Auch die künftige Rasentragschicht, ein Humus-/Sandgemisch lagert schon vor Ort. Im Skistadion Garmisch-Partenkirchen wurde der Rasen erneuert. Auf Vermittlung eines AH-Spielers schnappte sich der WSV das darunter liegende Sand-Bodengemisch und karrte es in 70 Lkw-Fahrten mit 40-Tonnern den Ettaler Berg hinauf nach Unterammergau. Wieder Geld gespart.

Jetzt also kann es losgehen mit dem Bau, im Sommer soll alles fertig sein. Ein schönes Geschenk zum 50. Geburtstag. Bis zur Nutzung des neuen Geläufs wird auf dem Platz in Altenau trainiert.

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