Entschlossen: (v. l.) Karin Hirl und Doris Martin geben die Unterschriften ab. foto: privat

Unterschriftenaktion gegen Digitalfunk-Pläne

Griesen - 50 Griesener wehren sich gegen Funkanlage. Weiterer Widerstand ist geplant.

Im kleinen Griesen formiert sich großer Widerstand gegen einen geplanten Stahlgittermast für den Digitalfunk. Wie berichtet, soll im Ofenwald des Garmisch-Partenkirchner Ortsteils eine abhörsichere Funkanlage für Polizei, Rettungsdienst und den Katastrophenschutz entstehen. Der Bauausschuss des Marktgemeinderates hat sein Einvernehmen dazu zwar verweigert, doch die Regierung von Oberbayern könnte sich als Bauaufsichtsbehörde darüber hinwegsetzen. Deshalb hat jetzt Karin Hirl aus Griesen bei der Bezirksregierung in München eine Unterschriftenliste abgegeben.

In diesen Tagen sei dort ein Jour Fixe zu diesem Thema geplant. Und der zuständige Sachbearbeiter „war sehr offen“, berichtet Hirl. Auch der Griesener Andreas Cellbrot rechnet sich gute Chancen aus. „Wir sind durchaus zuversichtlich. Das wurde nicht von vornherein als Querulantentum abgetan.“ Bei der Aktion kamen rund 50 Unterschriften zusammen.

„Alle erwachsenen Einwohner von Griesen haben unterschrieben“, erklärt der 62-Jährige. „Wir sind alle einhellig der Meinung, dass wir den Masten nicht so gerne hätten.“ Die Einverständniserklärung haben die betroffenen Grundstückseigentümer ohnehin nicht unterzeichnet.

Problematisch ist für die Bürger vor allem die Lage. „Teilweise sind die Häuser nur 50 bis 60 Meter weg, bei uns sind es 100.“ Auch ein Gutachten vom Bundesamt für Strahlenschutz liegt noch nicht vor.

Ganz verschließen wollen sich die Griesener dem Digitalfunk aber nicht. Sie schlagen daher einen Alternativ-Standort auf einer Anhöhe hinter der Ochsenhütte vor. Bei der Regierung von Oberbayern wurde dies als „sehr konstruktiv“ aufgenommen, erzählt Cellbrot.

Beendet ist der Widerstand für die Griesener damit aber nicht. Hirl möchte die Unterschriftenliste noch an das Staatliche Bauamt in Weilheim, das die Pläne erstellt, überreichen. Und Cellbrot sagt: „Wir werden immer mal nachfassen.“

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