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Feuerwehr verteilte Sandsäcke

Unwetter in Bayersoien: Straßen überschwemmt, Keller vollgelaufen

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Bad Bayersoien - Land unter in Bad Bayersoien: Der Platzregen sorgte am Dienstagabend in der Ammertaler Gemeinde für Hochwasser. Betroffen waren hauptsächlich Straßen und Häuser in Hanglagen. 

Reißende kleine Bäche bahnen sich ihren Weg durch Bad Bayersoien. Eine braune Suppe voll Dreck überschwemmt Wiesen und Straßen. Völlig unvorhergesehen und von einem Moment auf den anderen müssen die Bürger gegen die Wassermassen ankämpfen. Die Wetterkapriolen haben gestern in der Ammertaler Gemeinde zugeschlagen. 

Franz Niggl hat mit eigenen Augen gesehen, wie schnell es das Wasser in den Ort spülte. „Uns hat’s brutal erwischt“, sagt der Erste Kommandant der örtlichen Feuerwehr. Innerhalb weniger Minuten war in der idyllischen Gemeinde am Soier See Land unter. Platzregen und Sturmböen wüteten. Bei der Feuerwehr ging gegen 17.05 Uhr der Alarm ein. „Wir hatten auf einen Schlag acht Einsätze“, sagt Niggl. Einmal mussten er und seine Kameraden Erste Hilfe leisten, ansonsten rückten sie aus, um vollgelaufene Keller auszupumpen. Betroffen waren vor allem Häuser in Hanglagen. Am Aubichl oder am Kapellenberg zum Beispiel. Statt Sommersandalen durften die Bewohner Gummistiefel aus dem Schuhregal räumen. 

Die Feuerwehr reagierte schnell, stellte Sandsäcke am Feuerwehrhaus bereit, die sich die Bürger abholen konnten. Um der Lage Herr zu werden, erhielten die Soier Einsatzkräfte Unterstützung von den Wehren aus Unterammergau und Saulgrub. „Es hat eine Stunde Vollgas geregnet“, erzählt Niggl. „Dann war wieder finito.“ Gegen 22 Uhr hatten die 40 Einsatzkräfte alle Problemstellen abgearbeitet und beseitigten nur noch das Geröll von den Straßen. Denn bereits zwischen 20 und 21 Uhr verschwand das reine Oberflächenwasser wieder. 

Größere Schäden sind Niggls erster Einschätzung zufolge aber nicht entstanden. Am Schlimmsten hat es die Hausbesitzer mit den gefluteten Kellern getroffen. Außerdem wurden ein paar Straßen ausgeschwemmt. An einen derart starken Regen kann sich der Kommandant nicht zurückerinnern. Sogar bei einem seiner Vorgänger hat er sich nach so einem Fall erkundigt. Dem ging’s genauso. „Da war eine richtige Zelle über uns“, berichtet Niggl. Von der Echelsbacherbrücke bis an den Ortsrand der Nachbargemeinde Saulgrub. Rottenbuch und Böbing sind ebenfalls nicht verschont geblieben. Im Ammertal dagegen brauten sich zwar auch Unwetter zusammen. Doch laut Auskünften der Polizei Oberammergau sei nichts passiert. Nur ein paar Äste fielen von den Bäumen. Die sind in Bad Bayersoien in den Wassermassen baden gegangen.

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