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In vollen Zügen ergoss sich die braune Brühe über die Plätze des Tennisclubs. Auch das Vereinsheim wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen.

„Wir sind richtig abgesoffen“

Unwetter verwüstet Tennisplätze

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Bad Bayersoien - Schwere Schäden haben die Unwetter Ende Juli am Bad Bayersoier Tennisclub angerichtet. Die Mitglieder packen entschlossen mit an. Auch die Gemeinde hilft. 

Mit voller Wucht traf das Unwetter am frühen Abend des 26. Juli den Moorkurort Bad Bayersoien. Eine sogenannte Zelle direkt über dem Dorf entlud sich in einem enormen Ausmaß, was zu einem einstündigen massiven Platzregen führte. Diverse Keller musste die Soier Wehr um Kommandant Franz Niggl danach auspumpen.

Wohl am schlimmsten traf es den örtlichen Tennisclub: Die braune, schmierige Flut ergoss sich in vollen Zügen über die drei Sandplätze und das neu hergerichtete Vereinsheim mit den Duschen. „Schlamm, überall war Schlamm. Wir sind richtig abgesoffen“, denkt die 1. Vorsitzende Hanni Patrzek an dieses Ereignis mit Schaudern zurück. Doch nach dem ersten Schock über die Schäden spürte die Club-Chefin einen ungemeinen Zusammenhalt unter ihren insgesamt knapp 100 Mitgliedern (79 Erwachsene, 19 Kinder): „Die ganze Brühe ist uns voll ins Heisl reingelaufen. Wir haben zwei Tage nur geputzt und geschrubbt. Aber es waren sehr viele Helfer da, die großartig mit angepackt haben.“

Zwei Plätze wiederhergestellt, beim dritten ging der Sand aus

Auch bei den drei Tennisplätzen, die komplett von der braunen Flut überschwemmt wurden. Unter Leitung von Platzwart Rudi Neu befreiten die Mitglieder die Anlage von den Hinterlassenschaften des Unwetters und brachten anschließend wieder jede Menge Sand (rund 70 Säcke à 25 Kilo) auf. Zwei Plätze sind soweit wiederhergestellt, beim dritten ging der Sand aus. Doch auch der soll möglichst schnell wieder spielbereit gemacht werden.

Hanni Patrzek freut sich natürlich über soviel Einsatz ihrer rührigen Vereinsmitglieder, und auch über die Gemeinde kann sie nicht klagen: „Bürgermeisterin Kieweg steht uns mit Rat und Tat zur Seite.“ So habe auf der Anlage bereits eine Ortsbesichtigung stattgefunden, um festzulegen, was verbessert werden muss, „dass wir in Zukunft besser gewappnet sind“. Endgültige Sicherheit gebe es sowieso nicht. Dazu die Rathauschefin: „Bereits am Tag nach der Besprechung sind vom Bauhof Gräben gezogen worden. Außerdem wurde der Kanal gerichtet und höher gesetzt. Von uns aus ist alles passiert, was vereinbart wurde. Alles weitere muss jetzt der Tennisclub veranlassen.“

"Werden den Tennisclub nicht im Regen stehen lassen"

Beim TC würde man sich wünschen, wenn sich die Hilfe der Kommune auch in finanzieller Hinsicht niederschlagen würde, in Form eines Zuschusses zur Schadensbeseitigung. Patrzek: „Das wäre total super.“ Gisela Kiewig verspricht, „dass wir den Tennisclub nicht im Regen stehen lassen werden, und dass der Vorstand selbstverständlich einen Antrag auf Unterstützung stellen kann. Wir müssen sehen, wie wir dann verfahren, denn wir haben noch andere Anwesen, wo es erhebliche Schäden gab.“ Jedoch ist die Gemeindechefin „heilfroh, dass wir bei dem Unwetter nochmal mit einem blauen Auge davongekommen sind“.

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