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Familien erfahren in touristischer Hinsicht im Landkreis nicht den Stellenwert, der ihnen gebührt.

Tourismus soll gestärkt werden

Urlaub für Familien: SPD lässt nicht locker

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Landkreis - Die SPD ist im Garmisch-Partenkichner Tourismus-Ausschuss mit ihrem Vorstoß gescheitert, das touristische Angebot für Familien zu stärken. Fraktionschef Robert Allmann findet, dass auch der Landkreis für diese Gäste zu wenig tut. Er hat einen Antrag gestellt, mit dem sich der Kreistag beschäftigen wird.

Robert Allmann hat es selber erlebt. Da saßen er und seine Frau im Haus, draußen der Regen. Drinnen die Kinder, quengelnd, gelangweilt, unleidig. Und die Eltern überlegten, was sie am besten unternehmen könnten. Wie gut wär da eine Übersicht gewesen, die mit einem Klick alle Möglichkeiten in der Region aufzeigt. Beispielsweise sortiert nach Schön- und Schlecht-Wetter-Aktivitäten. Allmann jedenfalls findet: „Der Landkreis macht da zu wenig.“

Im Namen der SPD-Fraktion hat er einen Antrag beim Landratsamt eingereicht. Demnach soll ein Internetangebot erarbeitet werden, das möglichst viele Ausflugtipps, Freizeitangebote sowie andere wichtige Informationen für Kinder und Familien beinhaltet. Zugleich fordert der Garmisch-Partenkirchner Gemeinderat und Fraktionsvorsitzende, nicht länger in Ortsgrenzen zu denken. Das Angebot, das ihm vorschwebt, ist eines für die ganze Region. Inklusive Tirol.

Man lebe doch in einer Informationsgesellschaft, sagt Allmann. „Aber bei uns sind die Informationen nur ganz schwer zu finden.“ Die müsse man alle sammeln. Das meiste sei ja vorhanden, einzelne Gemeinden leisteten auf dem Gebiet vorbildliche Arbeit. All die Daten aber muss man, findet Allmann, gebündelt zur Verfügung stellen, damit jeder Besucher und Einheimische schnell und unkompliziert die Angebote findet. In einem nächsten Schritt „lässt sich das Ganze ausbauen ohne Ende“. Allmann spricht von Rätseln, Orts- und Museumsrallyes, Foto-Wettbewerben, er ist kaum zu bremsen. Inhalte der Bildungs- sowie der Gesundheitsregion plus lassen sich in seinen Augen ebenfalls integrieren. Garmisch-Partenkirchens Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) jedenfalls unterstützt das Ansinnen. „Sehr guter Antrag“, schreibt sie per E-Mail in einer ersten Reaktion.

Das Projekt steht am Anfang. Viele Fragen sind offen. So hat sich Allmann noch nicht über mögliche Kosten informiert. Auch Fördermöglichkeiten angesichts des grenzübergreifenden Projekts muss man noch klären. Zudem weiß er nicht, wie ein solches Online-Angebot aufgebaut sein soll. Erscheint es als eigene Homepage oder wird es in den Auftritt des Landratsamtes integriert? Allmann hat eine Tendenz: Gerade wenn sich Landkreise wie Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach und Weilheim-Schongau sowie die Tiroler beteiligen, macht wohl nur ein eigenständiger Auftritt Sinn. Seine spontane Idee: www.familienangebote-im-Oberland.de.

Allmann sieht den Vorstoß seiner Partei als Ergänzung zum Einsatz seiner zwei Kollegen Harald Helfrich und Ursula Höger. Die beiden hatten im Tourismusausschuss Garmisch-Partenkirchen wie berichtet den Umgang mit Familien in der Marktgemeinde kritisiert. Sieben ausgedruckte DINA4-Blätter mit Angeboten empfindet Helfrich als „nicht angemessen“. Högers Meinung nach verursachen sie einen „Imageschaden“. Nach intensiver Debatte waren sie allerdings mit ihrem Antrag für eine eigene Familien-Broschüre gescheitert. GaPa-Tourismus hatte Gründe angeführt, weshalb eine solche nicht gedruckt wird – unter anderem reiche das Angebot im Ort, das speziell auf Eltern mit Kinder ausgelegt ist, nicht aus für den Extra-Flyer.

Ein Stichwort, das Allmann gerne aufnimmt und GaPa-Tourismus an eines seiner mittelfristigen Ziele erinnert. Demnach wollen die Touristiker das Kinder- und Familienangebot im Markt ausbauen – das dann gleich auf die neue Internetseite eingepflegt werden könnte.

Von einem solchen Auftritt, den die Kreis-SPD um einen kurzen Info-Flyer ergänzen möchte, profitiert jeder, findet Allmann. Einheimische, weil sie auf Ideen gebracht werden und die Region neu kennen lernen. Eltern, weil die Kinder zufrieden sind. Kinder, weil sie Spaß haben. Die Region, weil die Familien wiederkommen. Allmann hat auch die Gäste von morgen im Blick. Wenn Kinder einen Ort mit positiven Erinnerungen verbinden, suchen sie ihn sich vielleicht ebenfalls einmal als Urlaubsziel aus – wenn sie selbst eine Familie haben. Allmann erlebt das gerade bei seinen eigenen Kindern.

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