1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen

Urlauber setzen auf Umweltfreundlichkeit

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Packen‘s an: (v. l.) Luisa Tittus und Birgit Lechner von der Agenda 21 sowie Vorsitzende Dagmar Diwok. foto: kaiser
Packen‘s an: (v. l.) Luisa Tittus und Birgit Lechner von der Agenda 21 sowie Vorsitzende Dagmar Diwok. foto: kaiser

Garmisch-Partenkirchen - Die Mitglieder der lokalen Agenda 21 haben sich Gedanken gemacht, wie das Tourismus-Angebot in der Region nachhaltiger gestaltet werden kann. Ihre Ergebnisse und die Auswertung einer Fragebogenaktion haben sie nun vorgestellt.

Vorschläge für nachhaltige Projekte im Landkreis zu entwickeln, ist das Ziel der lokale Agenda 21. Seit der Gründung der Initiative 2003, hatten die Mitglieder die Bereiche Energieberatung, öffentlicher Nah- und Radverkehr sowie ein ökologisches Leitbild für den Wank im Visier. Nun haben sie Möglichkeiten für den Tourismus im Landkreis entwickelt: Unter dem Kürzel NAU firmiert das Projekt „Nachhaltige Agenda für Beherbergungsbetriebe“.

Agenda-Vorsitzende Dagmar Diwok betonte bei der Sitzung im Rathaus, dass Statistiken zufolge Reisende immer mehr Wert auf Umweltfreundlichkeit legen. „Schon 2009 wählten acht Prozent der Deutschen Urlaube, bei denen bestimmte ökologische Standards eingehalten werden.“ Über 20 Prozent geben an, künftig darauf achten zu wollen. Die Tendenz sei stark steigend, erklärte sie.

„Das ist ein Markt mit Potential: Mehr als ein Drittel der Bundesbürger würde für nachhaltiges Reisen einen deutlichen Aufpreis zahlen“, sagte Diwok weiter. Dieser läge zwischen 7 und 20 Euro pro Tag.

Allerdings erwarte der Kunde für mehr Geld auch einen konkreten Mehrwert, wie etwa die Verwendung regionaler Bio-Produkte und höhere Standards bei Klimaschutz und Energie-Effizienz. Einbußen beim Komfort wolle der Gast jedoch nicht hinnehmen. „Nachhaltige Tourismuskonzepte müssen also attraktiv für den Urlauber sein und gleichzeitig auch dem Anbieter langfristigen wirtschaftlichen Erfolg sichern“, bekräftigte die Vorsitzende.

Doch wie können die Ideen umgesetzt werden? Die Agenda hat im Februar landkreisweit an 450 Beherbergungsbetriebe - von der Ferienwohnung bis zum Vier-Sterne-Hotel - Fragebogen versandt. Die Betreiber sollten angeben, wie sparsam sie mit Strom und Wasser umgehen, wie der Abfall entsorgt wird und ob sie beim Einkauf auf Produkte mit Umweltzeichen und regionale Erzeugnisse achten.

50 Antworten kamen bereits zurück. Aus diesen ersten Erkenntnissen folgerten Agenda-Vorsitzende Diwok sowie die Mitglieder Birgit Lechner und Luisa Tittus, dass das Angebot vor allem in zwei Bereichen nachhaltiger gemacht werden könne: einerseits durch gemeinsame Strategien für den Einkauf von regionalen beziehungsweise zertifizierten Produkten.

Andererseits sei im Bereich der Versorgung mit erneuerbaren Energien und der energetischen Sanierung noch viel Spielraum vorhanden. Möglich ist dies zum Beispiel durch Gebäude-Dämmung und durch eine Zusammenarbeit mit Firmen wie „Unser Land“ oder dem Projekt „Alpen-Kulinarik“ zur stärkeren Einbindung regionaler Produkte.

Als nächsten Schritt haben sich die Agenda-Mitglieder die Bildung einer Arbeitsgruppe zum Ziel gesetzt.

Wolfgang Kaiser

Auch interessant

Kommentare