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Missbrauchsskandal in Ettal

Urteil gegen ehemaligen Pater: Das sagt das Kloster

Ettal - Er hat Jahr um Jahr gelogen und damit alles noch schlimmer gemacht. Im Kloster Ettal ist man entsetzt über das Ausmaß der Taten von Jürgen R..

Sieben Jahre Haft für den ehemaligen Pater Georg: Das Urteil am Mittwoch im Missbrauchsskandal reißt alte Wunden wieder auf. Und sorgt für neue Schlagzeilen rund um das Kloster Ettal. Dort wurde, wie es in einer offiziellen Stellungnahme heißt, die Strafmaß-Verkündung mit „großem Entsetzen und menschlicher Enttäuschung“ aufgenommen. Erst im jetzigen Prozess gegen Jürgen R., so der weltliche Name des Mannes, ist die Wahrheit ans Licht gekommen. Das dem Opfer zugefügte Leid habe den Konvent erneut tief erschüttert. „Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass mit dem Prozess-Ende die lange Zeit des Wartens auf ein Urteil für den Betroffenen nun endlich beendet ist“, sagt Kloster-Abt Barnabas Bögle. Wenngleich nach seiner Ansicht wohl bei allen Opfern und dem Kloster selbst auch nach dem Ende des zweiten Prozesses eine große und tiefe Verbitterung bleiben wird. „Über zehn Jahre sind wir vorsätzlich vom ehemaligen Pater belogen worden. Hätte er damals die ganze Wahrheit gesagt, wäre den Betroffenen vieles erspart geblieben.“ 

Die Benediktinerabtei Ettal habe im vergangenen Jahr Kontakt zum Opfer aufgenommen und Gespräche geführt. Was alles zwischen den Jahren 2001 und 2005 passiert ist, das ganze Ausmaß der Übergriffe von Jürgen R., das wurde erst nach und nach klar. Deshalb folgte auf einen ersten Prozess im vergangenen Jahr jetzt der zweite. An dessen Ende wurde er vom Landgericht München II. wegen zehnfachen sexuellen Missbrauchs und fünffachen schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes zu der siebenjährigen Haftstrafe verurteilt. Das kirchenrechtliche Verfahren gegen den einstigen Pater ist laut dem Kloster bereits seit etwa einem Jahr abgeschlossen. Er ist aus dem Orden ausschlossen und darf sein Priesteramt nicht mehr ausüben.

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