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Seit Jahren eine Brachfläche: das ehemalige PX-Gelände an der Bahnhofstraße. Der Grundbesitzer würde dort gern einen V-Markt errichten, der Gemeind e schweben ein Hotel und Wohnbebauung vor.

Geplante Schulcontainer auf ehemaligem PX-Gelände

V-Markt schickt Angebot und Drohung zugleich

Garmisch-Partenkirchen - Für mehrere Jahre soll während der Sanierung der St.-Irmengard-Schulen auf dem einstigen PX-Gelände eine Container-Anlage stehen. Die Betreiber der V-Markt-Kette, denen der Grund gehört, unterstützen das Vorhaben. Und senden zugleich eine Warnung an die Marktgemeinde.

„So nah und doch so fern“: Eine Weisheit, die Horst Hermann öfter durch den Kopf schießt. Schaut der Geschäftsführer der Herimo Immobilien GmbH aus dem Fenster seines Büros, kann er sie sehen: die Zugspitze. „Unsere Zentrale in Maurerstetten befindet sich gerade mal 50 Kilometer Luftlinie von Garmisch-Partenkirchen entfernt“, erklärt er gegenüber dem Tagblatt. Dennoch ist die Firma, die die V-Markt-Kette betreibt, nach wie vor fernab ihres Ziels, eine Filiale in der Marktgemeinde zu eröffnen. Schließlich will die Kommune dies mit allen Mitteln verhindern. Und hat für das Grundstück, auf dem einst das PX-Einkaufszentrum der Amerikaner stand und das sich im Besitz der Herimo Immobilien befindet, eine Veränderungssperre erlassen. Trotz verhärteter Fronten wollen beide Seite nun gemeinsame Sache machen – zum Wohl der St.-Irmengard-Schülerinnen.

Deren Unterricht muss für zwei bis drei Jahre in Containern stattfinden. So lange, bis der Gebäudekomplex von Grund auf saniert ist. Ein guter Standort für die Container-Anlage wäre das ehemalige PX-Gelände. „Die Erzdiözese kam auf uns zu mit der Bitte, ihr das Grundstück für einen gewissen Zeitraum zur Verfügung zu stellen, dem haben wir entsprochen“, sagt Hermann

Ein wichtiger Punkt, denn Grundlage für die Container-Lösung ist, dass es eine vertragliche Regelung zwischen der Marktgemeinde, dem Grundbesitzer und der Erzdiözese als Bauherr gibt. Das hatte Bauamts-Chef Jörg Hahn im Bauausschuss des Gemeinderates betont. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) fügte damals an: Der Verwaltung gehe es darum, dass aus der provisorischen Container-Aufstellung „kein Baurecht abgeleitet werden kann, das wir nicht wollen“. Sprich: Die V-Markt-Pläne nach dem Abbau der Schulcontainer doch noch realisiert werden können. Angesichts solcher Aussagen ist nicht verwunderlich, dass es eine Antwort aus Mauerstetten gibt.

Hermann stellt klar: Die Firma hat der Bitte der Erzdiözese entsprochen. Aber: „Sollte die Marktgemeinde damit irgendwelche Bedingungen verknüpfen, die unseren Zielen widersprechen, dann wird es an dieser Stelle keine temporäre Schulcontainer-Anlage geben.“

Wie berichtet, schwebt der Kommune ein Bebaungsplan „Sondergebiet Bildungseinrichtung“ für die Zeit der Container-Nutzung vor. Die V-Markt-Betreiber würden auf dem Areal – wenn schon ein Einkaufszentrun zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich ist – gern eine Tankstelle mit Waschstraße, Reifenmarkt, Werkstatt und eventuell einem Getränkeladen bauen. Hermann ist sich sicher: „Diese gewerbliche Nutzung lässt sich nicht verhindern.“

Und: Sie wäre in seinen Augen durchwegs positiv für den Ort. Der Geschäftsführer des Unternehmens ruft in Erinnerung, dass es an diesem Standort schon immer Handel gegeben habe und dass die Bahnhofstraße eine Geschäftsstraße sei. Wenn auch derzeit mit großen Problemen, sagt er mit Blick auf die leer stehenden Läden. Das Sortiment, das einst im Kaufhaus X angeboten wurde, sei im Ort nie wieder ersetzt worden. Stattdessen haben sich nach und nach die gleichen Discounter, die auch in den umliegenden Orten zu finden sind, angesiedelt.

„Eine V-Markthalle würde die Zentralitätsfunktion wieder deutlich steigern“, erklärt Hermann. Der Standort – derart zentral gelegen – sei „eine einmalige Chance, die nicht jeder Ort hat.“

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