+
Ihm war damals schon nicht zum Lachen: Hans Teufel (3. v. l.) bei der 50-Jahr-Feier mit (v. l.) Bürgermeister Adolf Hornsteiner, Gemeinderat Rudi Rauch, Ehrenmitglied Wolfgang Kunz, Vereinschef Siegfried Leyrer und Vize-Bürgermeister Gerhard Schöner.

Zoff beim BSV Mittenwald

Teuflischer Streit

  • schließen

Mittenwald - Krach beim BSV Mittenwald: Hans Teufel, einzig verbleibendes Gründungsmitglied, will nichts mehr vom Vorstand wissen. Weil er bei der 50-Jahr-Feier nicht geehrt wurde.

Eigentlich wollte Hans Teufel ja auch mitfeiern. Beim 50. Geburtstag des Bundeswehr-Sportvereins Mittenwald. Denn der BSV ist sein Baby. Das darf man so sagen. 1965 gründete der Berufssoldat den Verein mit seinen Kameraden. Teufel kam natürlich zur großen Fete Ende Juli. Wie viele andere Gäste auch. Nur: seine Party-Laune verflog recht schnell wieder. Der Ur-Vater des BSV wartete und wartete, „als einzig noch vorhandenes Mitglied für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt zu werden“, sagt der Mittenwalder. Teufel wartete vergeblich. Für Ehrungen war an diesem Abend keine Zeit. Das ärgert den 76-Jährigen maßlos. „Da führt ein Verein extra eine 50-Jahrfeier durch und ehrt dann das Mitglied nicht, das als einziges überhaupt 50 Jahre dabei ist“, poltert Teufel.

Dabei war das Ganze ein Versehen, ja eine Panne. Im Vorfeld hatte sich die Vereinsführung geeinigt, keinen während des Fests auszuzeichnen. „Bei 50 Jahren Geschichte vergisst du am Ende noch jemanden“, sagt Kurt Stransky, Zweiter Vorsitzender. Immerhin tauchte Teufels Name auf einer Bilder-CD auf, die während der Feier lief. Den zeremoniellen Part verschob der Vorstand aber auf die Jahresversammlung im Winter. Eine Ausnahme plante der BSV dann doch kurzfristig: Siegfried Leyrer, der Klubchef, wollte Teufel persönlich ehren. Bei der Geburtstagsfeier. „Man hat ihn dann aber vergessen. Diesen Fehler habe ich eingeräumt“, erklärt Leyrer im Tagblatt-Interview. Leyrer und sein Vize Stransky entschuldigten sich danach persönlich. „Mehrmals“, wie der BSV-Vorsitzende betont.

Trotzdem zog Gründer Teufel Konsequenzen. Drei Tage nach den Feierlichkeiten schrieb er einen Brief an Leyrer, der unserer Zeitung vorliegt. Darin äußert Teufel seinen Unmut – und sagt sich vom Bundeswehr-Verein los. „Ab sofort besuche ich keine Veranstaltungen mehr“, schreibt er. Nur Austreten wird der pensionierte Soldat nicht. „Ich bin schließlich der Ur-Gründer des BSV und schon lange Ehrenmitglied.“

1965 hatte Teufel den Verein mit 24 Militärs, die in der Mittenwalder Kaserne stationiert waren, ins Leben gerufen. Das Konzept entwickelte der damalige Rechnungsführer selbst. „Ich habe gesagt: Wir müssen doch was für die Soldaten machen. Dann sind die auch am Wochenende beschäftigt.“ Die Idee kam an, die Mitgliederzahlen stiegen rasant an. Auf über 400 in den besten Zeiten.

Mittlerweile aber klagt der Verein über massiven Mitgliederschwund. In den Abteilungen Fußball, Fallschirmspringen und Gymnastik trainieren nur noch wenige Aktive. Das gab der Verein auf seiner Jahresversammlung bekannt. Danach ehrte er verdiente Mitglieder. Der Name Hans Teufel tauchte nicht auf.

In seinem Schreiben hatte er schließlich den Vorstand gebeten, „von einer nachträglichen Ehrung Abstand zu nehmen“. Diesem Wunsch kam Leyrer nach. Der Vorsitzende sagt: „Teufel hat mir klipp und klar gesagt, dass er mit dem Verein nichts mehr zu tun haben will. Das habe ich schriftlich. Das muss ich akzeptieren und respektieren.“ Auch Teufel tat das – bis er von einer Vorstandssitzung erfuhr. „Der Zweite Vorsitzende hat dort gesagt, man müsse doch was machen.“ Teufel spricht von einem Vorschlag, ihn nachträglich zu ehren. Stransky, der Vize-Chef, bestätigt, dass die Klub-Spitze darüber diskutiert habe. „Die einhellige Meinung war: Wir machen nichts.“ Auch für Leyrer ist eine Ehrung im Nachhinein vom Tisch. „Er hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass er keine Ehrung annimmt.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ursula von der Leyen und James N. Mattis in Garmisch-Partenkirchen: Da stimmt die Chemie
Zum 70. Jahrestag des Marshall-Plans empfängt Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen ihren US-Kollegen James N. Mattis in Garmisch-Partenkirchen. Ein Anlass, …
Ursula von der Leyen und James N. Mattis in Garmisch-Partenkirchen: Da stimmt die Chemie
Interview mit Sebastian Bezzel: Übel war nur das blaue Auge
Es läuft gut bei Schauspieler Sebastian Bezzel. Der Garmisch-Partenkirchner ist gefragt. Im Interview spricht er über seine Heimat, „Falsche Siebziger“ und über …
Interview mit Sebastian Bezzel: Übel war nur das blaue Auge
Blitz schlägt in Stadel ein
Feuer in Wallgau: Ein Stadel ist in der Isartaler Gemeinde in Brand geraten. Die Polizei vermutet einen Blitzeinschlag als Ursache. 
Blitz schlägt in Stadel ein
Den Einkaufsort besser vermarkten
Murnau ist ein charmanter Einkaufsort. Doch wie entwickelt sich der Einzelhandel? Was sind die Chancen, was die Risiken? Mit diesen Fragen beschäftigt sich eine aktuelle …
Den Einkaufsort besser vermarkten

Kommentare