Schrein neben dem Altar: Roswitha Krüger ist froh, dass der Heilige einen angemessenen Platz fand. foto: Mayr

Der Vergessenheit entrissen

Riegsee - Die Ganzkörperreliquie des Heiligen Generosus hat schon einiges mitgemacht. Lange Jahre stand der Schrein von allen vergessen im Glockenturm der Riegseer Kirche St. Stephan zwischen allerhand Gerümpel. Bis ihn die 69-jährige Roswitha Krüger aus Aidling wieder entdeckte.

„Ich sollte einen Kirchenführer für St. Stephan schreiben“, erzählt die ehemalige Lehrerin. Als sie dann in der Kirche Informationen sammelte, fand sie die Reliquie im Glockenturm: „Unter Plastikplanen habe ich den Schrein entdeckt. Ich hab sofort gesehen, der ist wertvoll.“

Die langen Jahre in der Vergessenheit sind nicht spurlos an den Gebeinen vorübergegangen. Die Scheibe des Schreins war eingeschlagen, die Märtyrer-Krone gestohlen, die Samtkissen und das Skelett waren von Schimmel befallen. Die gesamte Reliquie musste aufwendig restauriert werden. Krüger leistete Überzeugungsarbeit bei dem damaligen Pfarrer Helmut Enemoser und den Riegseern. Schließlich sammelten sie gemeinsam bei Bazaren Geld, um die teure Restaurierung zu finanzieren.

Am 10. Oktober. 2010 war es dann soweit, nach 45 Jahren durfte der Heilige Generosus zurück in den Kirchenraum. Er ist nun rechts neben dem Altar zu finden. Ursprünglich stand sein Schrein auf dem rechten Seitenaltar von St. Stephan. Im Zuge einer Kirchenrenovierung 1965 wurde der Seitenaltar verkleinert. Für den Heiligen war kein Platz mehr und er wurde im Turm abgestellt.

„Man weiß ja gar nicht genau, ob es wirklich ein Heiliger ist“, erläutert Krüger. Sie spielt auf den Ursprung der Gebeine an. Das Skelett aus frühchristlicher Zeit wurde 1749 in Rom aus der Calixtus-Katakombe geborgen und durch einen Riegseer Bauernsohn ins Oberland gebracht. Damals galten alle Toten aus den Katakomben als Märtyrer. Heute weiß man, dass dort auch das gewöhnliche Volk beerdigt wurde. (may)

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