Katharina Zunterer Organisatorin Demo Wallgau
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Mitorganisatorin Katharina Zunterer wird von Null auf Hundert ins Licht der Öffentlichkeit katapultiert. Wenige Stunden nach der Demonstration berichtet der ZDF-Länderspiegel über den Isartaler Protestzug.

350 Demonstranten blockieren Bundesstraße

Verkehrsdemo am Samstag: Durch Wallgau weht der Rückenwind

  • vonChristof Schnürer
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„Begeistert, überwältigt“: Die Organisatoren der Verkehrsdemo am Samstag in Wallgau sind mit dem Verlauf sehr zufrieden.

Wallgau – Die Organisatoren spüren förmlich, wie er sie antreibt – der Rückenwind, der der Interessengemeinschaft Verkehrsentlastung Wallgau (VEW) regelrecht Flügel verleiht. „Ich bin begeistert, überwältigt“, meint Mitinitiatorin Katharina Zunterer zwei Tage nach der ersten Verkehrsdemonstration in ihrer Heimatgemeinde. Ein Protest, der medial alle Erwartungen weit übertroffen hat.

Bürgermeister Bastian Eiter mischt sich als Sympathisant unter die Demonstranten, nicht nur als Beobachter

„Man hat’s kaum glauben können“, sagt Bürgermeister Bastian Eiter, der sich am Samstag kurzfristig mit Schutzmaske unter die rund 350 Kundgebungsteilnehmer gemischt hatte – als Sympathisant und nicht als Beobachter. „Man muss schon Flagge zeigen.“ Zumal die Verkehrsbelastung mit jedem Jahr deutlich zunimmt für die einheimische Bevölkerung. „Ganz Europa fährt durch unser Dorf – zu schnell und zu laut“, fasst es Zunterer in drastische Worte. Ihr zufolge ist die Walchensee-Route inzwischen eine der beliebtesten und vermeintlich kürzesten Verbindungen von der Metropolregion München Richtung Gardasee. Lösungen gegen den drohenden Verkehrskollaps zu finden, sei allerdings schwer, mutmaßt der Rathauschef.

Ganz Europa fährt durch unser Dorf – zu schnell und zu laut.

Katharina Zunterer

Das sieht Eiters Krüner Amtskollege Thomas Schwarzenberger nicht anders. „Das alles ist kein wallgau-spezifisches Problem“, findet der Nachbar-Bürgermeister. Wo er am Samstagvormittag war? „In meinem Büro.“ Überhaupt kann man nicht gerade von einer Solidarisierungswelle sprechen, die von Krün nach Wallgau geschwappt ist. Das Fehlen der Nachbarn nimmt Zunterer nicht weiter krumm. „Wir sollten lieber die paar loben, die da waren.“

Viele Krüner fühlten sich bei dem Slogan „Verkehrsentlastung Wallgau“ nicht unbedingt mitgenommen, versucht Schwarzenberger das Ganze aus Sicht seiner nicht minder verkehrsgeplagten Gemeindebürger zu sehen. „Gleichwohl kann ich das Anliegen der Wallgauer verstehen, aber mir ist das nicht konkret genug.“

Wie geht es nach dem Premierenerfolg weiter?

Doch wie soll’s nun nach diesem Premierenerfolg weitergehen? „Dran bleiben, dran bleiben“, fordert Zunterer, die mit ihren VEW-Mitstreitern Josef Schandl und Erwin Mayr möglicherweise eine Vereinsgründung anstrebt. „Denn nächstes Jahr wird noch schlimmer.“ Womit sie natürlich auf die nicht ausbleibenden Blechlawinen anspielt, die weiter auf Wallgau zurollen. Da gibt sich die Vermieterin keinen falschen Illusionen hin. „Aber der Mut in der Bevölkerung ist jetzt da.“ Damit könne der Druck auf die kleine und große Politik erhöht werden, um eine schrittweise Verbesserung im Dorf zu erzielen – breitere Gehsteige, Straßenübergänge und vieles mehr.

Gleichwohl kann ich das Anliegen der Wallgauer verstehen, aber mir ist das nicht konkret genug.

Thomas Schwarzenberger

In diesem Zusammenhang erwähnt Bürgermeister Eiter, dass im kommenden Jahr die Bundesstraße 11 durch Wallgau einen neuen Belag erhalten soll. Bis dahin muss sich der Gemeinderat erklären, was er realisiert haben möchte – beispielsweise im Bereich Dorfplatz. Ein Thema, mit dem sich die Lokalpolitiker seit Jahrzehnten herumquälen ohne stichhaltige Ergebnisse. Doch mit dem neuen Wallgauer Rückenwind könnte so manche Verkehrsvision jetzt vielleicht besser angeschoben werden.

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