Suchaktion seit Sonntag

Feuerwehr-Chef findet zufällig vermisste Seniorin

Ohlstadt - Der Ohlstädter Feuerwehrchef hat eine vermisste Pflegeheim-Bewohnerin gefunden - durch Zufall. Nach der Seniorin hatten unzählige Einsatzkräfte seit Sonntag fieberhaft gesucht.

Nicht ausgeschlossen, dass der 41-jährige Gaisreiter die ältere Frau damit vor dem Tod bewahrt hat.

Das Kuriose: Tags zuvor war Gaisreiter ebenfalls noch in offizieller Mission in einem Heer an ehrenamtlichen Kräften als Feuerwehrmann an der riesigen Suchaktion beteiligt gewesen - ohne Erfolg. Gestern stolperte der Landwirt dann gegen 12.45 Uhr quasi über die Vermisste, als er seiner Arbeit nachging, mit dem Traktor unterwegs war und im Bereich des Mooses bei Ohlstadt Streu wenden wollte.

Gaisreiter entdeckte die Seniorin etwa 200 Meter westlich der B2 auf Höhe der Partenkirchner Straße. Sie lag neben einer Scheune, die Beine abgewinkelt. „Die Beschreibung passte, also war mir relativ schnell klar: Das muss die Vermisste sein.“ Gaisreiters erster Gedanke dabei: „Lebt die Frau noch?“ Ja, stellte der Vorsitzende des Feuerwehrvereins erleichtert fest und setzte sofort einen Notruf ab. Für ihn steht fest: Die Vermisste habe „richtiges Glück im Unglück gehabt, dass die Sache so ausgegangen ist“. Sie war ansprechbar und schien unverletzt, kam aber zur weiteren Untersuchung in die Unfallklinik.

Damit ging am Montag eine lange Suchaktion von gewaltiger Dimension zu Ende, an der unzählige Helfer diverser Institutionen beteiligt waren. Die Bewohnerin eines Ohlstädter Pflegeheims war seit dem frühen Sonntagnachmittag wie vom Erdboden verschluckt gewesen, an den Füßen trug sie nur Hüttenhausschuhe.

Richard Gaisreiter hat der vermissten Seniorin wahrscheinlich das Leben gerettet.

Die Polizei vermutete, dass sie orientierungslos umherirrt. Letztlich zogen die Verantwortlichen dann alle Register, um die Frau zu finden und ließen das Gebiet zwischen Oberau und Schwaiganger durchkämmen. Allein am Montag suchten unter anderem rund 100 Polizeibeamte diverser Dienststellen mit Hubschrauber- und Reiterstaffel sowie Hundeführer. Dazu kamen BRK-Rettungshundestaffeln aus dem Oberland und aus München. Besonders hob Joachim Loy, Chef der Murnauer Polizei, jedoch das „große Engagement“ der an die 80 Feuerwehrkräfte aus Ohlstadt, Eschenlohe, Hechendorf und Murnau sowie der Luftüberwachung Pömetsried, der Wasserwachten, der DLRG-Rettungshundestaffel Starnberg mit Mantrailerhunden sowie der des BRK hervor, die in der Nacht zum Montag teils bis 4 Uhr morgens im Einsatz waren.

„Wir haben alles Menschenmögliche gemacht“, sagte Loy nach dem guten Ende, bei dem Kommissar Zufall eine tragende Rolle spielte. „Ich bin immer sehr erleichtert, wenn eine Suche so ausgeht.“

Richard Gaisreiter machte unterdessen nicht viel Aufhebens um den Erfolg. Er setzte am Nachmittag ganz einfach nur seine Arbeit fort.

Silke Jandretzki

 

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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