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Erleichtert ist Helene Ostler.

Wanderin entdeckt Tiere auf dem Hohen Fricken

Vermisste Ziegen wieder aufgetaucht

Farchant - Die Geißen, die ein großer Hund auf der Farchanter Föhrenheide gejagt hatte und die daraufhin verschwunden waren, sind am Hohen Fricken gesichtet worden. Ob alle die wilde Hatz unbeschadet überstanden haben, steht noch nicht fest.

Helene Ostlers Stimme klingt erleichtert. Endlich positive Nachrichten. Endlich ein Lebenszeichen. Zwei Wochen haben die Farchanterin und ihre Familie ihre sechs Ziegen und Kitze vermissen müssen. Ein großer, freilaufender Hund hatte die 30-köpfigen Gemeinschafts-Herde – in der die Tiere leben – auf der Farchanter Föhrenheide gejagt. Insgesamt 19 Ziegen waren daraufhin geflüchtet. Nach mehreren Such-Aktionen konnten die Vermissten schließlich ausfindig gemacht werden. Den gewünschten Erfolg brachte ein Aufruf im Tagblatt. Eine Frau meldete sich bei Ostler und teilte ihr mit, dass sie den Ziegen bei ihrer Berg-Tour auf dem Hohen Fricken am Freitag begegnet war. Und tatsächlich: Auf einer Wiese unterhalb des Berges konnten die Halter ihre vermissten Tiere mit dem Fernglas wiedersehen.

17 Tiere durchs Fernglas entdeckt

Mittlerweile sind die Ziegen weitergezogen. Die Besitzer müssen sich also nochmal auf die Suche machen. Dennoch ist Ostler froh. „Immerhin wissen wir jetzt, dass die Geißen leben“. 17 Tiere waren durch das Fernglas erkennbar. Dass die Ziegen nicht ganz vollzählig waren, beunruhigt die Farchanterin erst einmal nicht. „Wir müssen die Herde direkt abzählen, bevor wir sagen können, ob tatsächlich Geißen abgehen“, sagt Ostler. Doch dieses Vorhaben scheint gar nicht so leicht zu sein. Die Herde befand sich bis vor zwei Tagen südlich der Schafhütte, ziemlich weit oben am Berg. Seitdem ist die Herde dort nicht mehr gesichtet worden. Wie weit die Ziegen in dieser kurzen Zeit gekommen sind, kann laut Ostler keiner sagen. „Wir müssen jetzt einfach in den umliegenden Wald. Dabei teilen wir uns wieder auf.“

Ziegen sind verängstigt

Auch Andreas Leitenbauer, Vorsitzender der Weidegenossenschaft Farchant, ist froh, dass die vermissten Geißen leben und nicht – wie er befürchtet hat – in der Loisach ertrunken sind. Das Fangen der Herde werde generell nicht „ganz so einfach“, glaubt er. Man müsse abwarten, wie viel Schrecken den Tieren in den Gliedern steckt. „Die Geißen sind ja vom Hund recht weit der Berg hinaufgetrieben worden“, sagt Leitenbauer nachdenklich. „Das zeigt schon, dass sie ziemlich verängstigt sind. Wahrscheinlich haben sie von Menschen genug.“ Er hofft, dass er sich über einen Vorfall wie diesen zukünftig nicht mehr aufregen muss. Immerhin wollen sich Farchanter Gemeinderäte bei der öffentlichen Sitzung am Donnerstag, 7. Juli,  über eine Anleinpflicht von Kampf- und großen Hunden beraten. Leitenbauer hofft auf Ergebnisse.

Schon lange fordert der Wirt der Schachenhütte die verordnete Anleinung von Vierbeinern. Vor allem in der Nähe von Weideflächen. Christian Hornsteiner, Geschäftsleitender Beamter der Gemeinde, teilt mit, dass sich bei der Versammlung im Rathaus ausführlich darüber beraten wird. „Wir diskutieren, wie andere Gemeinden mit dem Thema umgehen“, sagt er. Welche Möglichkeiten sich daraus für Farchant ergeben, kann Hornsteiner nicht sagen. „Das wird die Sitzung zeigen.“ Leitenbauer hat dafür Verständnis. „Schließlich war ich selbst Gemeinderat“ sagt er. „Ich weiß, dass eine neue Vorschrift genau geprüft werden muss.“

Magdalena Kratzer

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