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Nach der Vertragsunterzeichnung im Rathaus: (v. l.) Dr. Julia Stewens, Rolf Beuting, Ralf Niepel und Klaus-Dieter Strauß.

Vertrag mit Deutscher Telekom

Murnau schaltet Internet-Turbo ein

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Murnau - Die Deutsche Telekom hat den Zuschlag für den Netz-Ausbau in Murnau erhalten. Bürgermeister Rolf Beuting unterzeichnete einen entsprechenden Vertrag.

Ein schnelles Internet wird immer mehr als Grundversorgung gesehen – und als Wirtschaftsfaktor. Doch gerade Murnaus Außenbereiche haben auf diesem Gebiet gehörig Nachholbedarf. Datenhungrige Anwendungen wie das Fernsehen über das Netz sind oftmals nicht drin, weil die Übertragungsraten schwächeln. Das soll sich bald ändern, denn die Marktgemeinde setzt zur Aufholjagd an. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) unterschrieb im Rathaus einen Vertrag mit der Deutschen Telekom, die im Zuge einer Ausschreibung den Zuschlag für den Netz-Ausbau erhielt. Dazu zählen Glasfaserkabel und neueste Technik.

 „Das ist ein wesentlicher Schritt in die Zukunft“, sagte der Rathaus-Chef im Rahmen des Pressetermins, an dem auch seine Stellvertreterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler), Fritz Egold (Tiefbauamt) sowie die beiden Telekom-Vertreter Ralf Niepel und Klaus-Dieter Strauß teilnahmen. Beuting denkt nicht nur an die privaten Haushalte, die profitieren, sondern ebenso an die Betriebe: „Für Arbeitnehmer mit Home Office, Selbstständige und unsere Unternehmen bringt höheres Tempo enorme Vorteile. Schnelles Internet ist ein wichtiger Standortvorteil, der sich auch positiv auf den Wert einer Immobilie auswirkt.“

Der Ausbau ist, vereinfacht gesagt, zweigeteilt. Die Telekom investiert in einen Großteil des Gemeindegebiets (etwa 80 Prozent) auf eigene Rechnung. Eine konkrete Summe wird nicht genannt, sie dürfte aber beträchtlich sein. In den restlichen Ortsquartieren, meist in den Außenbereichen, rentiert sich dieser Eigenausbau für das Unternehmen offenbar nicht, weil es beispielsweise zu wenige Abnehmer gibt oder teure Tiefbau-Arbeiten nötig sind. Beispiele sind Hermannswiese, Froschhausen, Neu-Egling und die vier Gewerbegebiete Kemmelpark, Strassäcker, Achrain und Altes Milchwerk. Hier kommt die Gemeinde ins Spiel, die die Kosten trägt und dafür den besagten Vertrag mit der Telekom zur Schaffung der Infrastruktur geschlossen hat. Allein für dieses Vorhaben werden 29 Kilometer Glasfaserkabel verlegt.

 Rund 850 000 Euro kostet dieses Gemeinde-Projekt: Einen Großteil steuert der Freistaat im Zuge des bayerischen Förderprogramms für den flächendeckenden Breitbandausbau bei. Der Markt muss unterm Strich „nur“ noch rund 300 000 Euro selbst tragen. Finanzminister Markus Söder (CSU) kommt nach Angaben Beutings am 11. Mai persönlich nach Murnau, um einen entsprechenden Förderbescheid zu überreichen.

Im gesamten Ort sollen nach Fertigstellung – im Gespräch sind 2016/17 – Datenraten von 30 bis 100 Megabits pro Sekunde (MBit/s) und mehr möglich sein. Das sind schon beachtliche Geschwindigkeiten, wenn man bedenkt, dass derzeit mancherorts lahme zwei MBit/s das Höchste der Gefühle sind. Besonders flott sollen die Leitungen in den genannten Gewerbegebieten funktionieren. Dort enden die Glasfaserkabel nicht wie meist üblich am Straßenrand in einem Verteilergehäuse, sondern werden bis in die Gebäude gezogen. Bürgermeister Beuting gibt sich selbstbewusst: „Wir zeigen, dass wir ein Premiumstandort sind.“

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