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Alles im Griff: Christoph Nielsen mit der Fernbedienung und dem Kranhaken, an dem er seine „Fahrgäste“ nach oben zog.

Verwandte mit Baukran hochgezogen: Jetzt spricht der Riegseer

Riegsee - Der Riegseer Christoph Nielsen kann die Aufregung um seine Baukran-Aktion an Weihnachten nicht verstehen. Für ihn war das Ganze ein harmloser Spaß.

Der 48-jährige Riegseer Christoph Nielsen hatte am Ersten Weihnachtsfeiertag mit einem Baukran zwei Verwandte hintereinander in etwa 15 Meter Höhe befördert, damit diese die schöne Aussicht genießen konnten - und damit einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und BRK ausgelöst. Seitdem spricht der ganze Ort darüber. Nielsen kann die Aufregung nicht verstehen: „Das war völlig harmlos, allenfalls ungewöhnlich“, sagt er. Er würde solch einen „Rundflug“ jederzeit wiederholen. Das nächste Mal würde er aber im Vorfeld die Polizei verständigen, um Missverständnisse zu vermeiden.

Zur Erinnerung: Ein Anwohner hatte an dem besagten Feiertag kurz vor 17 Uhr bei der Murnauer Inspektion angerufen und den Beamten mitgeteilt, dass jemand in Riegsee an einem Kran „baumelt“. Die Ordnungshüter dachten sofort an ein Unglück oder einen Selbstmordversuch - und schlugen Alarm. Die Murnauer Feuerwehr rückte sogar mit der großen Drehleiter an. Nielsen traute seinen Augen nicht, als mehrere Rettungsfahrzeuge vor seinem Haus in der Dorfstraße auftauchten - und gleich wieder weiterfuhren, nachdem Entwarnung gegeben werden konnte.

„Da konnte nichts passieren“, betont der 48-Jährige, der als selbstständiger Zimmermeister und Bautechniker beruflich oft mit solchen Kränen zu tun hat. Es sei an dem Nachmittag absolut windstill gewesen. Seine beiden „Fahrgäste“ - laut Nielsen waren es der Sohn seines Bruders und seine Mutter - habe er mit Gurten, die auch Bauarbeiter benutzen, mehrfach gesichert, am Haken des Krans befestigt und per Fernbedienung nach oben befördert. Dort ließ er sie dann ein paar Minuten lang hin und her gleiten. „Der Kran ist für zwei Tonnen Gewicht ausgelegt“, berichtet Nielsen. Die Anlage sei von der Berufsgenossenschaft zugelassen, mit einem TÜV-Siegel und einem neuen Zugseil versehen. Die Gerätschaft hat der Handwerker gekauft und in seinem Garten aufgestellt. Er benutzt sie bei der Errichtung eines Anbaus an sein Wohnhaus.

Die Feuerwehr findet das Ganze weniger lustig. Murnaus Kommandant Michael Hosp spricht von einer „bisschen unüberlegten Aktion“. Er habe so etwas noch nie erlebt. Unklar ist, wer den Feuerwehr-Einsatz bezahlt, der mehrere hundert Euro kosten dürfte. Die Marktgemeinde Murnau prüft, ob Nielsen zur Kassen gebeten werden soll. (as)

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