Verwirrung um neue Route

Ohlstadt - Die Segelflieger und die Gemeinde Ohlstadt - zwei, die immer wieder Probleme miteinander haben. Dieses Mal geht es um eine neue Platzrunde, die die Flieger beim Luftamt beantragt und genehmigt bekommen haben. Die Gemeinde hingegen fühlt sich übergangen.

Die Segelflieger und die Gemeinde Ohlstadt - zwei, die immer mal wieder aneinander ecken. Die neueste Kritik aber konnten die Sportler nun wirklich nicht nachvollziehen. Im Gemeinderat hatte Bürgermeister Anton Fischer (NLO) mitgeteilt, dass die Sportflieger eine neue Segelflugplatzrunde beim Luftamt beantragt haben, der auch zugestimmt wurde. „Das ist im Eilverfahren geschehen. Darüber ist die Gemeinde im Vorfeld nicht informiert worden“, beklagte Fischer, gab aber auch zu: „Rein rechtlich ist es wahrscheinlich nicht zu beanstanden.“

Das bestätigt auch das Luftamt Südbayern, das der Regierung von Oberbayern angehört. Das sieht mit der neuen Runde, die nicht mehr zwischen Murnauer Unfallklinik und Autobahn 95, sondern weiter westlich kreiselt, überhaupt kein Problem. Und schon gar keine Beeinträchtigung der Gemeinde. „Die Verlagerung der Segelflugplatzrunde hat nur betriebliche Aspekte. Sie ist nicht Teil der Genehmigung, sondern nur eine flugbetriebliche Regelung“, schreibt Michaela Krem von der Pressestelle der Regierung von Oberbayern auf Nachfrage des Tagblatts. Und weiter: „Da mit der Verlagerung keine Lärmimmissionen verbunden sind oder auch sonstige öffentliche Belange nicht berührt sind, waren keine sonstigen Beteiligungen erforderlich.“ Einzig die Autobahndirektion war um eine Stellungnahme gebeten worden, da die neue Route die A95 quert. „Es ergaben sich nach der Prüfung keine Einwände“, bestätigt Krem. Der dritte Vorsitzende Thomas Hummels weiß auch, warum: „Wir fliegen da in einer Höhe von fast 250 Metern drüber. Da ist manch Hubschrauber niedriger.“

Von daher können die Verantwortlichen der Sportfliegergruppe Werdenfels die Reaktion der Gemeinde nicht verstehen. „Das betrifft nur Segelflugzeuge“, betont Vorsitzender Wolfgang Görres. „Deshalb geht es auch rein um die Flugsicherheit, nicht um Lärm. Damit ist die Gemeinde gar nicht betroffen.“ Und deshalb wurde sie nach Abschluss der Prüfung nur formal von der neuen Runde informiert.

Dass der Verein nach drei Jahren eine neue Route für seine Segelflugplatzrunde festgelegt hat, hat zwei entscheidende Gründe: Die Distanz zur Unfallklinik Murnau wird größer und die Flieger können die gesamte Zeit verfolgt werden. „Es hat sich bei der alten Route herausgestellt, dass die Flugzeuge nicht so gut zu sehen waren. Das ist vor allem bei Schülern ungünstig“, betont Görres.

Allen Vorteilen zum Trotz will der Gemeinderat trotzdem nachhaken, ob wirklich keine Gefahr für den Flugverkehr besteht. Auch beim Klinikum soll nachgefragt werden, ob es Bedenken gibt. Die Segelflieger sehen’s gelassen. Sie haben ihre Mitglieder bereits eingewiesen. Die neue Runde gilt. (kma)

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