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Seit einem dreiviertel Jahr auf Wohnungssuche: die 79-jährige Anna Maierhofer.

Nur eine Alternative zur Obdachlosigkeit

Verzweifelt auf Wohnungssuche: Rentnerin ist ratlos

Murnau - Anna Maierhofer ist mit den Nerven am Ende. Weil ihre Familie aus der gemeinsamen Wohnung auszieht, muss sie sich bis 1. März eine eigene Bleibe suchen – mit 79 Jahren, gehbehindert und ohne ausreichend eigene Rente.

Seit 13 Jahren wohnt Anna Maierhofer in der großen Wohnung auf dem Gelände der Murnauer Unfallklinik (UKM) – zusammen mit ihrem Sohn und der Schwiegertochter. „Ich habe ein Zimmer in der Wohnung“, erklärt die gebürtige Murnauerin. Der Mietvertrag für die Wohnung läuft laut Maierhofers Betreuer, dem Murnauer Rechtsanwalt Dr. Michael Feistl, auf Maierhofers Schwiegertochter, die als UKM-Mitarbeiterin die Wohnung von der Klinik gemietet hat. Doch diese Hauptmieterin wird nun zusammen mit ihrem Mann ausziehen. Doch in der neuen Bleibe scheint es für Maierhofer keinen Platz mehr zu geben. „Frau Maierhofer zahlt in der jetzigen Wohnung keine Miete. Sie hat keinen Mietvertrag und deshalb auch keinen Mieterschutz“, erklärt Dr. Feistl.

Seit einem dreiviertel Jahr sucht er zusammen mit Maierhofer bereits eine Wohnung – bisher vergeblich. „Der Murnauer Wohnungsmarkt ist leer“, sagt Feistl und verweist darauf, dass günstiger Wohnraum derzeit gerne ans Landratsamt für Flüchtlinge vermietet werde. Für die 79-Jährige scheint es derzeit nur eine Alternative zur Obdachlosigkeit zu geben: das Altersheim. „Aber da will ich nicht hin. Das ist nichts für mich.“

Erschwert wird ihre Wohnungssuche durch mehrere Faktoren: Maierhofer hat Pflegestufe 1 und ist auf einen Rollator angewiesen, weshalb für sie nur Wohnungen im Erdgeschoss oder mit Lift in Frage kommen. Außerdem hat sie nach 40 Jahren Arbeit in der Frottierfabrik in Grafenaschau nur eine sehr kleine Rente. Mehr als 400 oder 500 Euro Warmmiete könne sie nicht bezahlen, sagt Feistl, der betonte, dass Maierhofer geistig noch topfit ist.

Große Ansprüche an ihr neues Zuhause stellt Maierhofer nicht. Ein Ein-Zimmer-Appartement würde ihr völlig genügen. Haustiere hat sie keine, rauchen tut sie nicht, und einen Stellplatz für ein Auto braucht sie auch keinen. Nur einen Wunsch hat die Murnauerin: Sie möchte ihre letzten Lebensjahre so gerne in Murnau wohnen bleiben.

Franziska Seliger

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