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Nachwuchssorgen trüben die Vorfreude nicht

Garmischer Veteranen halten seit 160 Jahren die Fahne hoch

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Garmisch-Partenkirchen - Zu seinen besten Zeiten zählte der Veteranen- und Kriegerverein Garmisch stolze 487 Mitglieder. Seit die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft ist, wird der Nachwuchs immer weniger. Trotzdem wird jetzt gefeiert.

„Mit Stolz blicken wir auf die Geschichte unseres Vereins zurück. Sie spiegelt nicht nur das traditionelle Vereinsleben wieder, sondern auch ein bedeutendes Stück Zeitgeschehen“, sagt Thomas Hutter. Der Erste Vorsitzende des Veteranen- und Kriegervereins Garmisch, des zweitältesten Vereins der Marktgemeinde – die Musikkapelle Garmisch besteht seit 220 Jahren – feiert am Samstag, 6. August, mit seinem Traditionsverein das 160-jährige Bestehen.

Thomas Hutter ist seit 2002 Vorsitzender des Veteranen- und Kriegervereins Garmisch. 

Im Jahr 1856 ist der Verein gegründet worden, um allen gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden, die für ihre Heimat und das Vaterland ihr Leben lassen mussten, ein ehrendes Andenken zu bewahren. „Für uns heutigen Veteranen oder ehemaligen Soldaten“, betont Hutter (Hausname Säckler) „ist es selbstverständlich, dieses Erbe unserer Väter und Großväter weiter zu führen. Wir wollen die Tradition erhalten.“ Die Toten seien eine Mahnung und Aufforderung, dass es nie wieder zu einem Krieg in der Heimat kommen möge.

Heute zählt der Krieger- und Veteranenverein Garmisch nur noch 198 Mitglieder, darunter 18 Kriegsgediente, Reservisten sowie aktive Angehörige der Bundeswehr. In seinen besten Zeiten waren es immerhin 487. Doch seit die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft ist, gehen die Zahlen kontinuierlich zurück. Voraussetzung einer Mitgliedschaft ist laut Satzung ein abgeleisteter Wehr- oder Polizeidienst. So leidet der Veteranen- und Kriegerverein Garmisch unter akuten Nachwuchs-Sorgen. „Die Jugend hat größtenteils kein Interesse an unseren Aktivitäten und heutzutage für Ehrenämter keine Zeit mehr“, erklärt Hutter bedauernd.

Sein Großvater Martin Buchwieser gehörte zu den Gründungsvätern des Vereins. Vater Thomas Hutter (1914 bis 1990) war viele Jahrzehnte Vorsitzender. Kurz bevor man ihm die Urkunde als Ehrenvorsitzender überreichen konnte, starb er unerwartet. Seit 1973 gehört sein Sohn dem Verein an, seit 2001 als Chef. Er bekleidete auch andere Ehrenämter, war 40 Jahre bei der Feuerwehr, 34 Jahre im Trommlerzug.

Aber eigentlich möchte er gar nicht, dass man so viel über ihn berichtet. Es sei doch Ehrensache, dass man auch in anderen Vereinen aktiv sei, findet der sympathische und bescheidene Mann, der sich auf gar keinen Fall in den Vordergrund spielen möchte. Und der sich – wie manche seiner Kameraden – für das Wohl anderer einsetzt. Mit seinem Verein beteiligt sich Hutter regelmäßig an den Feierlichkeiten anderer Ortsvereine, ist bei Jubiläen, Geburtstagen und anderen Ehrungen anwesend, die fast schon zur Tagesordnung gehören. Selbstverständlich ist man jedes Jahr bei der Fronleichnams-Prozession dabei. „Da bleibt nicht viel Zeit“, meint Hutter, der „nebenbei“ noch in seiner Säcklerei in der Alpspitzstraße in Garmisch-Partenkirchen Lederhosen näht und flickt.

Nun freut sich das engagierte Vereins-Oberhaupt auf die Feierlichkeiten, bei denen auch Anton Speer (Freie Wähler) zugegen sein wird. Für den ist es Ehrensache, dabei zu sein. Immerhin ist der Landrat von Garmisch-Partenkirchens in seiner Heimatgemeinde Unterammergau Vorsitzender des dortigen Veteranen- und Kriegervereins.

Das Festprogramm

Samstag, 6. August

19 Uhr: Aufstellung Veteranen und Kriegerverein Garmisch mit Gastvereinen und Volkstrachtenverein am Josefplatz.

19.15 Uhr: Abmarsch der Vereine mit Musikkapelle und Trommlerzug zum Kriegerdenkmal am Marienplatz. Serenade und Kranzniederlegung. Fortsetzung des Festzuges über die Fußgängerzone zum Festzelt am Wittelsbacher Platz.

20 Uhr: Bayerischer Fest- und Heimatabend, umrahmt von der Musikkapelle Garmisch, der Jugendgruppe, den Schuhplattlern, den Holzhackern und dem Historischen Alten Tanz“. Der Eintritt ist frei.

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