Stammgäste in deutschen Wohnzimmern am Neujahrstag: Moderatorin Valeska Homburg und Dieter Thoma berichten für die ARD vom Neujahrsspringen. Foto: getty

Mit viel Aufwand bringt die ARD das Neujahrsspringen in die deutschen Wohnzimmer

Garmisch-Partenkirchen - Der Neujahrstag sieht in vielen deutschen Haushalten ähnlich aus. Nach einem späten mehr oder weniger ausgiebigen Frühstück geht's ab auf die Couch.

+++ Aktuelles zum Neujahrsspringen 2020 in Garmisch-Partenkirchen: Das Event findet statt - dank Schneekanonen und Lastern.

Von dort werden im Halbschlaf die Flüge der Skispringer von der Garmisch-Partenkirchner Olympiaschanze verfolgt. Was für mehrere Millionen Fernsehzuschauer genauso Standard ist wie die zwei, drei Gläser Sylvester-Schampus am Vorabend, ist für die Mitarbeiter der TV-Sender harte Arbeit. Sie liefern die spektakulären Bilder mit denen viele den 1. Januar überbrücken.

Dessen ist sich auch Michael Scheur vom Bayerischen Fernsehen bewusst. „Das Besondere am Neujahrsspringen im Vergleich zu anderen großen Sportveranstaltungen ist das Datum 1. Januar“, sagt der ARD-Produktionsleiter. Darum ist der Wettbewerb, den der Skiclub Partenkirchen seit vielen Jahrzehnten ausrichtet, auch das zweitgrößte Medien-Ereignis im Wintersport - nach den Olympischen Spielen. Für die ARD-Mitarbeiter, die heuer für das TV-Bild zuständig sind, eine besondere Herausforderung. Einerseits feiern natürlich auch sie den Jahreswechsel. Zum anderen müssen sie tags darauf einen perfekte Job abliefern. Fast sechs Millionen Menschen verfolgten in Deutschland 2010 das Neujahrsspringen, weltweit waren es über 100 Millionen. „Für unsere Übertragung selbst spielen solche Zahlen aber keine Rolle“, sagt Scheur. „Das ist für uns business as usual. Die Übertragung muss gut sein, ob viel oder wenig Zuschauer.“

Das Neujahrsskispringen ist eine reine Live-Übetragung. „Gott sei Dank“, meint Scheur. Gerade das mache ja den Reiz an der Sache aus. Allerdings erfordere es ein hohes Maß an Flexibilität und Erfahrung an das ganze Team, speziell an Regie und Redaktion.

Damit alles perfekt wird, beginnen die Vorbereitungen schon heute. Nachdem am Montag mit mehreren Lkw das gesamte Material angeliefert wurde, bauen die Mitarbeiter nun die Technik auf. Scheur koordiniert die 110 Leute rund ums Skistadion. Außerdem ist er Herr über tausende Kilometer Kabel sowie 27 Kameras, die die Skispringer bei jeder ihrer Bewegungen im Fokus haben und die Stimmung im Stadion einfangen. Die Bilder laufen dann in zwei Übertragungs-Wagen zusammen - einer für das Erste, einer für die internationale Berichterstattung.

Insgesamt 18 Fernsehanstalten - entsprechend viele Kommentatorenkabinen gibt es - werden heuer das Neujahrsskispringen rund um den Globus senden. Auch Sender aus Skisprung-„exotischen“ Länder, wie zum Beispiel die Niederlande, Dänemark und Spanien haben extra die Fernsehrechte erworben. Der 1. Januar ist eben nicht nur in Deutschland ein besonderes Datum. (lxs)

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