Sorgenkind: Die Renovierung der Pfarrkirche kostet Pfarrer Martin Karras viel Kraft. sehr

Zu viel Druck: Pfarrer Karras verlässt die Pfarrei St. Martin in Garmisch

Garmisch-Partenkirchen - Der Druck war zu groß: Pfarrer Martin Karras kehrt Garmisch-Partenkirchen im August den Rücken. Die langwierige Renovierung der Pfarrkirche geht an seine Gesundheit – vor allem die schwierigen Verhandlungen mit dem Ordinariat.

Karras beendet seine sechsjährige Arbeit im Pfarrverband Garmisch-Burgrain am 31. August dieses Jahres und wechselt ins Erzbistum Hildesheim. Dort stammt der Seelsorger her. Leicht gemacht hat er sich diesen Schritt nicht. Er gehe mit einem „weinenden Auge“. Die Kooperation mit Mitarbeitern und Pfarrgemeinderat sei gut gewesen: „Ich habe mich nie als Einzelkämpfer gefühlt.“

Letztlich war der Druck durch die Renovierung der Pfarrkirche für Karras trotzdem zu groß, er gibt den Kampf auf. „Ich bin mit der Kraft am Ende“, sagt der Theologe. Er habe sich dazu entschieden, „die Reißleine zu ziehen, bevor ich mir dauerhafte Schäden zuziehe“. Der Stress hat die Gesundheit des beliebten Seelsorgers angegriffen.

Die Auseinandersetzungen habe er sich zu Herzen genommen, „das prallt nicht einfach an mir ab“. Immer wieder sei für ihn die Frage aufgetaucht, ob „wir als Kirche noch zusammenarbeiten oder eher gegeneinander“. „Wir“, das sind die Pfarrgemeinde und die Vertreter des Ordinariats aus München. Der Abschied ist Karras’ Antwort.

Dekan Thomas Gröner tut der Abschied leid. „Ich hätte ihn gern länger behalten.“ Dennoch kann er die Gründe nachvollziehen: „So eine Restaurierung ist ein komplexes Unterfangen, das einem Theologen viel abverlangt.“

Das Ordinariat zeigt ebenfalls „Verständnis für die große Belastung“, sagt Sprecher Christoph Kappes. Er betont allerdings, dass alle Arbeiten „in enger Absprache mit den Vertretern vor Ort stattgefunden hätten“ und die Wünsche der Menschen sehr ernst genommen würden.

Janine Tokarski

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