Vier Züge pro Stunde und Richtung

Ohlstadt - Bis zu 36 Shuttle-Busse im Zwei-Minuten-Takt vom Murnauer Bahnhof aus, Fahrgemeinschaften für Bürger - Immer mehr Informationen über den Standort Schwaiganger werden bekannt.

Nicht nur über ein Informationsdefizit wird in den möglicherweise ebenfalls von den Olympischen Winterspielen 2018 betroffenen Gemeinden Ohlstadt und Murnau geklagt, auch herrscht scheinbar immer noch Unklarheit darüber, ob beiden Orte ebenfalls über etwaige Eckdaten abzustimmen haben, oder nicht. Die Bewerbungsgesellschaft in München hatte dazu gestern eine kurze Antwort parat: „Die Fragen, die uns von Gemeinderäten gestellt wurden, sind jetzt beantwortet. Jetzt liegt es an den Gemeinden, zu klären, ob die Spiele Thema im Gemeinderat werden sollen und ob abgestimmt werden soll“, erklärt Sprecherin Anna-Lena Mühlhäuser.

Während sich einzelne Gemeinderäte im Norden des Landkreises also bis dato noch selbst um die Beantwortung ihrer Fragen aus München gekümmert haben, sind viele Informationen rund um Schwaiganger bereits in dem Eckdatenpapier zu finden, über das der Garmisch-Partenkirchner Marktgemeinderat am Mittwoch abstimmen wird:

Die Bahnstrecke zwischen Uffing und Murnau soll im Falle Olympia auf einer Strecke von sechs Kilometern zweispurig ausgebaut werden. Auf der Zugstrecke München/Garmisch-Partenkirchen werden, so heißt es wörtlich, „vier Züge pro Stunde und Richtung angeboten. Alle Züge auf dieser Strecke werden in Murnau halten.“ Von dort fährt ein Bus-Shuttle die sechs Kilometer zur Wettkampfstätte in dichter Folge, „zweiminütig in der Spitzenzeit“. An anderer Stelle im Papier werden für den Standort Schwaiganger insgesamt 36 Shuttlebusse genannt, die „rund 5100 Fahrgäste pro Stunde und Richtung befördern können“.

Von einem von vielen erhofften Weiterbau der Westumfahrung Murnaus oder einer Verbesserung der Staatsstraße zwischen Murnau und Schwaiganger in Sachen Hochwasser ist beim Punkt „Noch zu tätigende Investitionen“ nichts genannt. Als Haupt-Parkplatz-Standorte sind im nördlichen Landkreis Eschenlohe mit 3000, Großweil mit 1000, Pömetsried ebenfalls mit 1000 und Ohlstadt mit 800 Stellplätzen angegeben. Allgemein heißt es, dass es für „alle Autobahnabschnitte ein etabliertes System ausgeschilderter Alternativrouten“ gebe, die „im Falle von Verkehrsstörungen auf der betreffenden Autobahn selbige entlasten“. Außerdem seien „alle Wettkampf- und Nichtwettkampfstätten über alternative Straßenverbindungen erreichbar“. Angedacht sind auch so genannte Olympic-Lanes, also Streifen auf den Straßen, auf denen „Athleten und Olympische Familien bevorzugt behandelt werden und freie Fahrt genießen“.

Die Frage, ob die für Garmisch-Partenkirchen geplante „Sperrung der Ortsdurchfahrten für Fremd-Kfz-Verkehr“ auch auf Ohlstadt oder Murnau zutreffen wird, bleibt offen, ebenso die Frage, ob bestimmte Bereiche nur eingeschränkt befahrbar sein werden. „Zur Erleichterung des offiziellen Olympiaverkehrs werden großflächig Gebiete mit Zufahrtsbeschränkungen ausgewiesen, zum Beispiel im Schnee-Park“, zu dem der nordische Standort Schwaiganger zählt.

Weiterhin heißt es, dass „eine intensive Informationskampagne dazu beiträgt, dass die Einwohner der Region während der Spiele ihre Fahrzeuge seltener benutzen, Fahrgemeinschaften bilden, Spitzenzeiten meiden, und sich an die Einschränkungen anpassen“.

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