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Stapelweise Papiere: Bürgermeister Anton Kölbl mit Plänen und Unterlagen zum Projekt.

Vierspuriger Ausbau der B2: Genehmigung könnte noch in diesem Jahr vorliegen

Mega-Tunnelprojekt: Für den Schmetterling ist gesorgt

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Eschenlohes Bürgermeister Anton Kölbl hofft, dass noch heuer die Genehmigung für den vierspurigen Ausbau der B2 zwischen Autobahnende und Oberauer Tunnel eintrifft. Zuletzt hat das Projekt eine weitere Hürde genommen. Ihr Name: Wiesenknopf-Ameisenbläuling.

Eschenlohe – Das Mega-Projekt Auerbergtunnel besitzt für Eschenlohe auch Mega- Bedeutung. Und das nicht, weil man im Dorf den über 100 Millionen Euro teuren vierspurigen Ausbau der B2 zwischen Autobahnende und Oberau-Nord selbst herbeisehnt, der Zukunftsmusik sein dürfte. Vielmehr braucht der Ort den viel kleineren und günstigeren ersten Bauabschnitt, der nach der Genehmigung rasch umgesetzt werden soll. Dieser sieht eine Halbanschlussstelle an der A95 bei Weghaus für den Verkehr aus sowie in Richtung Murnau vor und einen Bypass parallel zur A95 an den Tunneln vorbei für alle, die keine Autobahn benutzen dürfen. Dies soll eine geordnete Schließung der maroden Eschenloher Röhren ermöglichen. Ein plötzliches Aus der über 80-jährigen Bauwerke schwebt seit längerem wie ein Damoklesschwert über Eschenlohe, das für diesen Fall Verkehr ohne Ende im Ort befürchtet.

Das Genehmigungsverfahren ist weit gediehen. Der Bauherr, die Autobahndirektion Südbayern, erstellt derzeit die dritte Tektur, also Planänderung. „Zwei bereits geänderte Ausgleichsmaßnahmen werden in Lage und Größe nochmals überarbeitet“, sagt Verena Gros, Pressesprecherin der Regierung von Oberbayern; die Behörde entscheidet, ob und zu welchen Bedingungen grünes Licht für das Verkehrsprojekt gegeben wird. Eschenlohes Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) hofft, dass das Okay noch in diesem Jahr eintreffen wird. Josef Seebacher von der Autobahndirektion hält diese Einschätzung mit Blick auf Erfahrungswerte für realistisch, „wenn alles glatt geht“.

In einem Punkt lief’s zuletzt leicht holprig. Man habe seit Frühsommer 2018 wegen Ausgleichsflächen verhandelt, sagt Seebacher. Diese sollen Eingriffe in die Natur kompensieren. Im aktuellen Fall wird unter anderem der Lebensraum des Wiesenknopf-Ameisenbläulings tangiert, der in seiner Entwicklung stark von ganz bestimmten Rahmenbedingungen abhängig ist. Der Schmetterling ist südlich des Autobahnendes auf der bergzugewandten Seite der Straße zu Hause – in einer Umgebung, in der die Zufahrt zum Auerbergtunnel entstehen soll. Ausgleichsflächen müssen in alpinem Gelände in der Nähe liegen und waren nach Angaben Kölbls bereits für die alten Projektpläne von 2011 nahe der Gemeindegrenze zu Oberau gefunden. Jahre später folgte ein böses Erwachen: Die Untere Naturschutzbehörde wies, so Kölbl, darauf hin, dass das Areal aus dem Spiel sei, weil es über den Vertragsnaturschutz zwischenzeitlich bereits ökologisch aufgewertet worden sei. Ein Ärgernis für Kölbl: „Die Gemeinde als Grundeigentümerin wurde hier nicht gefragt.“ Es sei seit 2011 bekannt gewesen, „dass wir diese Flächen brauchen“.

Die nächste Variante blockte Eschenlohe nach einem Gemeinderatsbeschluss: einen intensiv genutzten, von drei Landwirten gepachteten größeren Bereich zwischen B2 und Loisach, aus dem Streuwiesen werden sollten. Doch ganz aktuell hat sich eine Lösung aufgetan: Vertreter von Gemeinde, Bauernverband und Autobahndirektion einigten sich auf vier neue Flächen, „zwei davon in unmittelbarer Nähe zum heutigen Lebensraum des Wiesenknopf-Ameisenbläulings“, sagt Kölbl. Bei dieser Alternative soll Brachland entbuscht werden.

Die Verhandlungen über Ausgleichsflächen zogen sich nach Angaben Seebachers seit Frühsommer 2018 hin. Kölbls Angst, dass wegen der Änderungen wieder ein Auslegungsverfahren folgen könnte, das mit Blick auf eine drohende Tunnel-Schließung „Zeit kostet“, ist wohl unbegründet: „Die Regierung von Oberbayern geht davon aus, dass für die dritte Tektur keine erneute Auslegung der Pläne notwendig sein wird und ein beschränktes Anhörungsverfahren ausreichen wird“, so Sprecherin Gros. Sie bestätigt, dass nach einer Genehmigung „der Halbanschluss Weghaus und vor allem die neue Parallelstraße zwischen dem Autobahnende und der Anschlussstelle Eschenlohe so rasch wie möglich und bereits vor der Fertigstellung des Auerbergtunnels realisiert werden“ sollen.

Seebacher ergänzt: Ziel sei es – abgekoppelt vom Auerbergtunnel-Projekt, dem im Bundesverkehrswegeplan nicht die höchste Dringlichkeitsstufe beigemessen wird –, mit diesem Vorab-Vorhaben „relativ schnell anzufangen. Damit wir für Eschenlohe die Probleme lösen“.

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