Rupert Wintermeierwill die Mobilfunk-Versorgung verbessern. Foto: kolb/fkn

Realisierung durch Vodafone nicht vor 2017

Besserer Handyempfang für Uffing 

Uffing - Noch müssen sich die Uffinger gedulden. Aber es sieht gut aus, dass sich die Mobilfunk-Versorgung im Ort verbessert: Die Vodafone will bei der Kläranlage einen Funkmast bauen.

In den meisten Orten ist er selbstverständlich, nicht so in Uffing: ein ordentlicher Mobilfunkempfang. Der Grund: Die rund 3000 Einwohner starke Gemeinde am Staffelsee verfügt über keine eigene Anlage hierfür. Das könnte sich ändern: Denn der Gemeinderat beschäftigt sich am Donnerstag in seiner Sitzung (Beginn: 20 Uhr im Rathaus) mit einem Nutzungsvertrag mit der Vodafone GmbH, die bei der Kläranlage einen solchen Masten errichten will.

Das politische Okay dürfte Formsache sein: „Ich gehe davon aus, dass der Gemeinderat zustimmt“, sagt Bürgermeister Rupert Wintermeier. Immerhin ringt der Ort nun seit Jahren um eine Mobilfunk-Versorgung. Unklar ist jedoch, wann Vodafone zur Tat schreitet. „Eine Realisierung ist nicht vor 2017 zu erwarten“, teilt eine Konzernsprecherin mit.

Laut Wintermeier legte Vodafone einen „standardisierten Vertrag“ vor, den die Kommune in Absprache mit ihrem Rechtsberater um einige Punkte ergänzte. Die Wichtigsten sind: Die Anlage darf höchstens 30 Meter hoch sein. Und Vodafone muss darauf auch die Antennen anderer Anbieter zulassen. Der Mobilfunkriese pachtet von der Gemeinde ein etwa 200 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem er dann die Technik aufbaut – natürlich auf eigene Rechnung.

Viele Uffinger kennen das Problem: In der Kommune ist ein guter Empfang ein Glücksfall. Manche Gebiete, vor allem im Süden, werden von den Antennen in den Nachbargemeinden noch ganz gut mitversorgt, doch in einigen gibt es Funklöcher. Die Stimmen, die eine Verbesserung der Situation einfordern, sind nicht zu überhören. Rathaus-Chef Wintermeier hat Verständnis: Man müsse die Infrastruktur schaffen, sagt er. „Das ist wichtig.“ Immerhin spielten mobile Geräte wie Smartphones eine immer wichtigere Rolle. Der Haken an der Sache: Niemand hat gerne einen solchen Masten vor der Haustüre oder in Sichtweite stehen.

Uffing investierte viel Zeit und Geld in eine Planung. Das Ergebnis waren zwei Standorte, die in Frage kommen: die Kläranlage und der Rußbichl. 2015 kam von Vodafone der Antrag für die Kläranlage.

Die Anlieger sind von der Investition nicht begeistert. Dazu zählt der Dokumentarfilmer Dieter Wieland, dessen Haus etwa 300 Meter von dem Standort für die Anlage entfernt liegt. „Es wird das Landschaftsbild beschädigt“, ärgert er sich. Und der Wert der betroffenen Immobilien werde fallen. Er sei schon enttäuscht, dass letztlich der Schwarze Peter an die wenigen Anwohner an der Kläranlage weitergereicht worden sei. Rechtliche Schritte wolle er aber nicht einleiten. Wieland weiter: „Wir schlucken die Kröte.“

Andreas Seiler

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