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Sind begeistert vom Lehrpfad: (v.l.) Michael Schödl (LBV), Elisabeth Gutmann (LAG), Ethelbert Babl (Leader-Koordinator), Gisela Kieweg sowie Robert und Karin Mecklinger.

Neue Attraktion für 18000 Euro 

Neuer Vogellehrpfad: Gezwitscher auf Tipp

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Bad Bayersoien - Bad Bayersoien ist um eine Attraktion reicher: Als Ergänzung zum bisherigen Angebot wurde nun der neue Vogellehrpfad am See eröffnet – und der verbindet Optik mit Akustik.

Ohne Schirm ging nichts, damals im Oktober 2014. Bei Starkregen eröffnete Gisela Kieweg den Moorlehrpfad. Inzwischen ist Bad Bayersoiens Bürgermeisterin Schlecht-Wetter-Profi. Wenn es schon wie am Montag in Kübeln schüttet, dann hilft nur noch ein sonniges Gemüt. Der Anlass hat es ihr auch diesmal leicht gemacht, gute Laune zu versprühen. Denn nun ist die Gemeinde erneut um eine Attraktion reicher – und zwar um den Vogellehrpfad.

„Er ist eine Ergänzung zum Moorlehrpfad und zum Barfußweg“, sagt die Rathauschefin. Einstimmig hatte sich der Gemeinderat im vergangenen November dafür ausgesprochen, das Vorhaben zu realisieren und die nötigen finanziellen Mittel dafür zur Verfügung zu stellen. 18 000 Euro kostete das Ganze. 50 Prozent, also 9000 Euro, stammen aus dem Leader-Topf der benachbarten Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Auerbergland-Pfaffenwinkel, zu der Bad Bayersoien gehört.

Von der Umsetzung ist Kieweg mehr als angetan. Sechs Schaukästen – jeder mit einem speziellen Motto wie „Siedlung“, „Hecke“ oder „Moor“ – zeigen 30 verschiedene Vögel in ihrem Lebensraum. Das Besondere dabei: Die Tiere sind nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören. Der Betrachter der Stationen, die entlang des Panoramawegs östlich vom Soier See aufgebaut wurden, muss nur mit einem elektronischen „Ting“-Stift auf den entsprechenden Punkt tippen, schon erklingt das jeweilige Gezwitscher. Der kleine „Zauberstab“ kann in der Tourist-Information und im Fischerstüberl ausgeliehen werden. Zusätzlich weisen Schilder am See auf das neue Angebot hin.

Von dem Konzept zeigt sich auch Ethelbert Babl, Leader-Koordinator Allgäu am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten, begeistert. Vor allem, weil das Wissen über die Tiere immer mehr in den Hintergrund rückt. Mit dem innovativen Pfad aber wirkt man diesem Trend entgegen. Das sieht Michael Schödl vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) genauso. Er ist froh, dass man in Bad Bayersoien eine „alte Tradition fortführen kann“. Denn bereits vor 20 Jahren habe man in der Kommune Tafeln aufgestellt – damals mit aufgeklebten Bildern von Vögeln. Später gab’s in Kooperation mit Euregio die interaktive Variante mit Klappen und Fernrohren. Jetzt schließlich den Lehrpfad.

Die Idee stammt von Robert Mecklinger. Der 72-Jährige hat schon bei Vogelstimmen-Wanderungen des LBV teilgenommen. „Da hört man sie, sieht sie aber nicht.“ Bei einem seiner vielen Spaziergänge in Bad Bayersoien dachte er sich schließlich: „Hier stimmt die Atmosphäre“, um beides miteinander zu verknüpfen. Also unterbreitete er Kieweg den Vorschlag.

Mecklinger, der in Friesenried bei Kaufbeuren wohnt, übernahm die Gestaltung. Eine aufwendige Arbeit. Er töpferte die Vögel, seine Frau Karin bemalte sie. Pro Tier hat das rund vier Stunden gedauert. Minimum. Dann ging es an die Innenausstattung der Kästen. Das Schwemmholz holte der Allgäuer am Bodensee, er sammelte Moos, trocknete und besprühte es mit Farbe. Dafür opferte er gerne seine Zeit. „Es ist mein reines Hobby.“ Eins, von dem Bayersoien, dessen Bürger und Gäste, nun profitieren. 

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