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Das Tribünen-Gerippe im Zielbereich der Kandahar ist schon zu sehen, die Schneekanonen arbeiten eifrig, dazu die weiße Pracht vom Himmel: Die Basis für vier Weltcup-Rennen in Garmisch-Partenkirchen ist gelegt.

Der Schnee ist da, die Kälte auch - die Rennfahrer können kommen

Alles im Soll vor dem Ski-Weltcup

Garmisch-Partenkirchen - Schnee fällt, kalt ist's: Dem Ski-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen sollte nichts im Weg stehen. In diesem Jahr gibt's dafür ganz besondere Tickets: solche mit Rundumblick.

Naturschnee? Peter Fischer zuckt mit den Schultern. Dagegen hat er als Winterfan freilich nichts. Aber: „Wir bräuchten ihn nicht.“ Was Fischer und seine Mitstreiter vom Skiclub Garmisch für den alpinen Ski-Weltcup brauchen, ist Frost. Damit die Schneekanonen ihre Arbeit machen können. Und genau den bekommen sie auch. Da sind sich die Wetterberichte – einige vergleicht Fischer als Chef des Organisationskomitees (OK) – einig. Noch drei kalte Tage benötigt die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) für die Beschneiung. „Dann sind wir sicher“, prognostiziert Fischer. Bei den aktuellen Bedingungen sollte also nichts mehr schiefgehen.

Die endgültige Entscheidung trifft die Kommission des Internationalen Skiverbands um FIS-Renndirektor Hannes Trinkl. Zehn Tage vor den Wettbewerben wird das Team die Verhältnisse vor Ort prüfen und – davon geht das OK-Team natürlich aus – den Daumen heben.

Tribünenaufbau in vollem Gang

Seit Donnerstag vergangener Woche läuft der Tribünenaufbau im Zielbereich der Kandahar, ab dem heutigen Montag legen die ersten Helfer des Skiclubs – insgesamt sind etwa 200 im Einsatz – und das BZB-Team an der Strecke los. Einmal mehr hebt Fischer das gute Miteinander hervor, lobt das Engagement der Zugspitzbahn. „Mit Mann, Maus und Maschine ist sie am Hang“, damit optimale Rennstrecken die weltbesten Skifahrer in Garmisch-Partenkirchen empfangen.

Am 30. und 31. Januar messen sich die Männer auf der Kandahar in Abfahrt und Riesenslalom. Eine Woche später, am 6. und 7. Februar, rasen die Frauen den Weltcup-Hang hinunter: am Samstag in der Abfahrt, am Sonntag im Super-G. Änderungen bei den beiden Strecken gibt es nicht. Die Zuschauer erwartet in der Speed-Disziplin der Männer also weiter der spektakuläre Freie Fall, mit 92 Prozent Gefälle der steilste Abschnitt im alpinen Ski-Weltcup. Im Riesenslalom dürften sie sich besonders auf die großen Namen Felix Neureuther vom SC Partenkirchen und Fritz Dopfer vom SC Garmisch freuen.

Tickets für die Männer verkaufen sich bestens

Neuheit im Weltcup-Zirkus: In der gläsernen Skylounge beobachten Zuschauer das Renngeschehen aus 20 Metern Höhe.

Die Männer im Allgemeinen und die heimischen Helden im Besonderen – sie ziehen. „Der Verkauf läuft da sehr gut“, sagt Fischer. Er kennt das Phänomen: Tickets für die Herren-Rennen sind begehrter als jene für die Frauen-Wettbewerbe. Ein grundsätzliches Problem. Und ein deutsches. Denn in der Post-Maria-Höfl-Riesch-Ära fehlen die „local heroes“, wie Fischer zu sagen pflegt. Sprich: die weiblichen Neureuthers und Dopfers. Eine Vicky Rebensburg vom Tegernsee alleine reicht nicht, um den Ticket-Verkauf enorm anzukurbeln. Einen Schub wird der in diesen Tagen aber bekommen, sagt Fischer voraus. Nach Schneefall und den Weltcups in Wengen und Kitzbühel steige die Nachfrage.

Zur Auswahl stehen unter anderem Steh- und Sitzplätze ab 21 Euro oder gleich die VIP-Variante samt allerlei Extras für 295 Euro pro Tag. Die Preise haben sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Wohl aber das Angebot.

Rennatmosphäre 20 Meter über dem Boden genießen

Fischer präsentiert eine Neuheit, einmalig im alpinen Weltcup-Zirkus: die Kandahar-Skylounge, die auf dem geschwungenen „K“ des Rennlogos hinter den Tribünen thront. Der Glas-Aufbau garantiert einen 360-Grad-Blick; aus 20 Metern Höhe beobachten die Gäste das Renngeschehen; auf einer Art Terrasse saugen sie die Atmosphäre auf. Die Logenplätze sind begrenzt: Mit maximal 60 Gästen ist die etwa 70 Quadratmeter großen Skylounge voll. Für die Herren-Rennen gibt’s nur noch Restkarten. Eine kostet 175 Euro, Getränke und Snacks inklusive.

Auch wenn die Stimmung vor Ort nicht zu ersetzen ist: Selbstverständlich kommen die Zuschauer zu Hause auf ihre Kosten: Das ZDF überträgt die Damen, die ARD die Herren. Da gibt’s ein Wiedersehen mit Ski-Star Maria Höfl-Riesch. Die Garmisch-Partenkirchnerin, die in Kitzbühel lebt, steht mit Moderator Markus Othmer als Expertin vor der Kamera.

Wenn die TV-Bilder um die Welt gehen, wär' Naturschnee freilich eine richtig gute Sache. „Für die Optik“, bekräftigt Fischer, sei der immer wünschenswert. Auch da schaut’s im Moment ja bestens aus.

Katharina Bromberger

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