Allein schon ein Erlebnis wert: die atemberaubende Landschaft im Isartal. foto: alpenwelt Karwendel

Vorfreude auf die Wanderung des Jahres

Mittenwald - Die Wanderung „24 Stunden von Bayern“ könnte für die Alpenwelt Karwendel zu dem Projekt schlechthin in 2016 werden. Aber nur, wenn die Bevölkerung mitzieht.

Man wandert und wandert und wandert. An blühenden Wiesen vorbei, schroffen Felsen entlang und über steile Schluchten hinüber. Bei Einbruch der Nacht erklingen plötzlich Trommeln mitten im Wald. Der Schein von Fackeln leuchtet durch die Bäume hindurch, es riecht nach frisch Gekochtem. Die Wanderer, die bereits seit mehr als 14 Stunden auf den Beinen sind, trauen ihren Augen kaum. Bei Rotwein und gutem Essen können sie nun rasten und erfahren gleichzeitig vieles über die Kultur sowie das Brauchtum in der Region. Dann heißt es erneut Schuhe schnüren, denn der Weg ist noch weit. Schließlich ist das Ziel, um acht Uhr morgens weder in Mittenwald anzukommen.

Genauso stellen sich die Veranstalter der Großveranstaltung „24 Stunden von Bayern“, die Stimmung vom 25. bis 26. Juni 2016 in der Alpenwelt Karwendel vor. Von 8 Uhr samstags bis 8 Uhr sonntags sollen 444 Wanderer das Isartal durchwandern (wir berichteten). Die Vorfreude bei Bap Koller (Bayern Tourismus) ist entsprechend riesig.

Für den Niederbayern ist es das achte Mal, dass er einer Region das Konzept des 24-Stunden-Wanderns näher bringen darf. In einer gut gefüllten Mittenwalder TSV-Halle zeigte er am Montagabend Vereinsvertretern, Gemeinderäten und den Bürgermeistern der Alpenwelt viele Image-Filme, Impressionen und Statistiken der vergangenen Jahre. Der Erfolg spricht für sich: Bereits bei der dritten Veranstaltung waren die 444 Tickets innerhalb weniger Minuten vergriffen, deshalb gab es ein Los-Verfahren. „Am 4. April 2016 um 4.44 Uhr werden für 444 Wanderer Karten zur Verfügung gestellt.“ Da jedoch im Durchschnitt über 2000 Anmeldungen vorliegen, muss das Glück entscheiden.

Die gut 80 Kilometer lange Route wird eine Tag- sowie eine Nachtetappe enthalten. „Wir haben gerade 150 Kilometer Strecke ins Auge gefasst und dem Landratsamt als Vorschlag übermittelt“, erläutert Koller. Man sei noch „in der Beantragungsphase“, da viele Touren durch hochsensibles Naturschutzgebiet verlaufen. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, untertags das Gebiet am Kranzberg zu erklimmen, während die Nachtstrecke sich dann Richtung Krün und Wallgau schlängelt. „Zum Sonnenaufgang wären dann die Buckelwiesen eine Möglichkeit.“ Wie die Strecke aber genau verlaufen wird, entscheide letztlich das Landratsamt.

Das Wichtigste für den Erfolg der Veranstaltung wäre aber das Engagement der Einheimischen. „Ohne Euch geht es nicht“, stellte auch Aufsichtsrat-Vorsitzender Hansjörg Zahler fest. Er nannte den Wandermarathon „eine ganze besondere Veranstaltung“. Nicht zuletzt, weil es die erste dieser Größe sei, bei der Mittenwald, Krün und Wallgau zusammenarbeiten. Wenn alle anpacken - damit sind vor allem die hiesigen Vereine und Institutionen gemeint - würde es laut Zahler eine Werbung werden, die „besser nicht sein könnte“.

Projektleiter Jürgen Wiesneth sucht nun bis April 2016 nach Vereinen, Geschäftstreibenden und Interessierten, die sich mit Ideen einbringen, um die Stationen an den Wanderwegen zu beleben. Im Vorjahr im Spessart waren es jeweils 30 Stationen tags und nachts. An diesen sollen nicht nur die sportlichen Aspekte eine Rolle spielen. Vielmehr gehe es „um Tourismus und Kultur“. Für die Alpenwelt könnte er sich vorstellen, vor allem die Bereiche Brauchtum, Geigenbau oder Bozner Markt zu thematisieren. Seien es plattelnde Trachtler, Geigenmacher, die ihrem Handwerk nachgehen oder Landsknechte, die ihr Lager im Wald aufschlagen - der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

„Somit hat die Region 24 Stunden Zeit, sich einem internationalen Publikum zu präsentieren“, ist sich Koller sicher. Denn weit über 30 große Medienvertreter und Teilnehmer aus elf Nationen seien keine Seltenheit.

Wer Ideen hat oder eine Station anmelden möchte, kann sich an Jürgen Wiesneth von der Alpenwelt Karwendel unter 0 88 23/3 39 07 oder via Email an projekt@alpenwelt-karwendel.de wenden.

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