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Gut im Geschäft ist die Langmatz GmbH, die sich als Spezialist für technische Systemlösungen versteht. Bei einem Tag der offenen Tür stellte das Unternehmen seine Produkte vor, zu denen diese Kabelschächte aus Kunststoff zählen.

Breitband-Symposium

Traditionsbetrieb Langmatz setzt auf Glasfaser-Geschäft

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Garmisch-Partenkirchen -  Langmatz, einer der größten Arbeitgeber hierzulande, ist auf Wachstumskurs. Der Lieferant für die Bereiche Telekommunikation, Energie- und Verkehrstechnik will vom Glasfaserausbau profitieren. 

Deutschland hat im europäischen Vergleich in Sachen schnelles Internet gehörig Nachholbedarf. Experten gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren Milliarden in den Ausbau des Glasfasernetzes gesteckt werden. Die Langmatz GmbH, mit rund 330 Mitarbeitern einer der größten Industrie-Arbeitgeber im Landkreis, mischt auf diesem Gebiet bereits kräftig mit und will ein Stück vom Kuchen abhaben. „Wir sehen hier großes Potential“, sagt Reinhard Kreusel, einer der beiden Geschäftsführer.

Das Thema Glasfasernetze stand daher auch im Mittelpunkt der fünften Auflage des so genannten Breitband-Symposiums, zu dem jetzt die Traditionsfirma mit Hauptsitz im Kreisort seine Kunden und Partner eingeladen hatte – darunter Vertreter von Kommunen, Stadtwerken sowie Energie- und Telekommunikationsunternehmen. Die Botschaft der zweitägigen Veranstaltung – neben Fachvorträgen im Kongresszentrum Garmisch-Partenkirchen konnten sich die Besucher das Produktionswerk in Oberau ansehen – war klar: Langmatz versteht sich als kompetenter Systemanbieter, der einen Großteil der Infrastruktur für die Glasfaser-Zukunft liefern kann – angefangen beim Netzverteilerschrank mit entsprechenden Innenausbauten über den Kabelschacht bis hin zum Hausanschluss. Auf diesem Gebiet zähle man zu den Marktführern, sagt Kreusel. Die optischen Leitungen selbst müssen dann noch, beispielsweise von der Deutschen Telekom, verlegt werden.

Langmatz – die Wurzeln des Mittelständlers liegen in den 1960er Jahren – gilt als Kunststoff-Spezialist. Rund 4000 Tonnen des Rohmaterials werden jedes Jahr – hauptsächlich mit einem speziellen Spritzgussverfahren – verarbeitet. Hinzu kommen dann die Ausbauten. Es ist nicht nur die Telekommunikation, mit der der Betrieb sein Geld verdient. Es werden auch Bauteile für die Energie- und Verkehrstechnik entwickelt und hergestellt. Dazu zählen Straßenleuchten, Ampeldrücker, Vogelschutzvorrichtungen, Sicherungskästen, Unterflurverteiler oder Produkte für den Tunnelbau – um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Geschäfte laufen offenbar gut. Kreusel spricht von einer „sehr guten“ Auftragslage. Der Umsatz lag seinen Angaben zufolge im vergangenen Jahr bei gut 68 Millionen Euro, heuer sollen es 70 werden. Wieviel Gewinn unterm Strich herausspringt, will der Manager nicht verraten. Nur soviel: „Wir sind ein profitables Unternehmen.“ Und man wachse, stelle jedes Jahr im Schnitt zehn bis 20 Mitarbeiter ein. Den Fachkräftemangel bekommt Langmatz seinen Angaben zufolge nicht zu spüren. „Wir bilden unsere Facharbeiter selbst aus“, sagt Kreusel. Derzeit sind 36 Lehrlinge im Betrieb, etwa als Industriemechaniker oder Elektroniker.

Dem Landkreis will die GmbH – Gesellschafter sind Vertreter des Managements und Privatpersonen – treu bleiben. „Wir sind hier sehr zufrieden und mit der Region verbunden“, betont Kreusel. Das Problem, keine Expansionsflächen zu haben, kennt Langmatz nicht. Auf dem Gelände in Oberau – der Altbau war einst eine Papierfabrik, in der früher mal Henkel die Persil-Schachteln fertigen ließ – kann sich die Firma ausdehnen. Ab 2017 soll dort ein Logistikzentrum entstehen. Das Stammhaus befindet sich in Garmisch, ein Vertriebs- und Servicezentrum in Partenkirchen. Hinzu kommt eine kleine Tochtergesellschaft in Tschechien.

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