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Sieht aus wie Schnupftabak: Das frische Bohrmehl der Borkenkäfer an der Rinde ist hellbraun und nicht allzu schwer zu erkennen.

Führung am Heimgarten

Jetzt bohrt der Borkenkäfer auch am Berg

Murnau - Jetzt ist es Zeit. Jetzt müssen die Besitzer raus in ihre Wälder und nach frischem Bohrmehl suchen, um die erste Generation der Borkenkäfer rechtzeitig abschöpfen zu können, sagen Experten der Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach. Bei einer Begehung am Heimgarten soll gezeigt werden, dass diese Schädlinge auch in Lagen über 1000 Metern Höhe vorkommen.

Es geht in erster Linie um den so genannten „Buchdrucker“, teilweise aber auch um den „Kupferstecher“. Diese zwei schädlichen Arten aus der Unterfamilie der Borkenkäfer (Familie der Rüsselkäfer), die in der Region um den Staffelsee aufzufinden sind, zerstören, wenn nicht rechtzeitig bekämpft, das Holz teilweise bis zur Unbrauchbarkeit und richten damit großen wirtschaftlichen Schaden an. „Wenn man einen befallenen Baum übersieht, dann können dadurch gegen Ende Juni in der nächsten Generation schon weitere 10 bis 20 Bäume betroffen sein, in der übernächsten bereits an die 100 bis 400“, sagt Thomas Grebenstein von der Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach (WBV). Klingt schlimm. Aber Grebenstein ist voll des Lobes für die Mitglieder der Vereinigung. Durch konsequentes Absuchen nach Befall, was diese eben tun würden, kann der Einsatz von Pestiziden vermieden werden.

Doch jetzt müssen die Waldbesitzer noch höher hinaus. „Bisher ist man gemäß alter Schulmeinung davon ausgegangen, dass diese Schädlinge nur in Lagen bis zu 1000 Metern Höhe vorkommen. Das ist aber falsch“, erklärt Grebenstein. „Wir haben in Ohlstadt auch schon auf rund 1100 Metern Höhe frisch eingebohrte Käfer gefunden.“ Aus diesem Grunde lädt die WBV nun, nach einer bereits erfolgten Begehung Mitte Mai in Westried, für Mittwoch, 8. Juni, alle Waldbesitzer auch zu einer Exkursion an den Heimgarten ein.

„Jetzt weiß ich endlich, wonach ich suchen muss“, das war laut Grebenstein die erste Reaktion eines Teilnehmers nach der WBV-Führung in Westried. Und genau dies ist auch Sinn und Zweck dieser Aufklärungstouren durch den Wald. „Das Auffinden von Bohrmehl und damit den Käfern ist nämlich nicht schwer“, meint Grebenstein. „Man muss nur wissen, wo genau man danach suchen muss. An Stellen beispielsweise, an denen im Winter und Frühjahr befallene Bäume aufgearbeitet wurden, bei denen die Käfer schon ausgeflogen waren. Dort sucht man die umliegenden Bäume nach Bohrmehl oder aber nach Harztröpfchen oder Harzstreifen ab, die aus den Einbohrlöchern der Käfer kommen. So einfach ist das.“ Ob die Schädlinge ausgeflogen sind, erkenne man an den zahlreichen kreisrunden Ausbohrlöchern in der Rinde, oder daran, dass die Rinde schon nicht mehr am Baum gewesen sei, als dieser zerlegt wurde. Das frische Bohrmehl sei hellbraun und sehe aus wie Schnupftabak.

Es sei wichtig, jetzt loszugehen und zu suchen. Denn: „Die befallenen Fichten müssen aufgearbeitet und aus dem Wald gebracht werden, denn etwa sechs Wochen nach dem Einbohren können die jungen Käfer schon ausfliegen und sich neue Bäume suchen“, betont Grebenstein.

Treffpunkt für die Begehung am Heimgarten an Mittwoch, 8. Juni, ist um 19.30 Uhr am Wanderparkplatz zum Heimgarten in Ohlstadt. Die Führung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht nötig. Weitere Infos gibt es bei der Waldbesitzervereinigung unter der Telefonnummer 0 88 41/4 77 32.

Michaela Sperer

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