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Das Wetter war nicht gerade prächtig bei der Leonhardifahrt. Die Pferde dafür umso mehr.

Wie ein Familienfest

Wallfahrt mit 800 Teilnehmern endet ohne Zwischenfälle

Froschhausen/Murnau - „Ein bisserl mehr Glück mit dem Wetter hätten die Rosserer schon verdient“, sagte Pfarrer Siegbert Schindele.

Seine Haare waren vom Wind zerzaust und der Regen hatte in Froschhausen nicht nur ihn bis auf die Haut durchnässt. Die gute Laune ließ sich der Murnauer Pfarrer bei der Leonhardifahrt dadurch allerdings nicht nehmen. „Ob da im letzten Jahr wohl jemand nicht gscheid aufgegessen hat? Naja, mein Kaplan war es wohl nicht.“

Beschränkt man sich auf das Wetter, dann war die Leonhardifahrt von Murnau nach Froschhausen in der Tat alles andere als erquickend. Dabei hatte der Tross zu Beginn noch Glück. Ganz ohne Schirme waren die prächtigen Wagen in den Markt gekommen und wurden von den vielen Zuschauern bestaunt. Die Wetterprognose hatte allerdings schon im Vorfeld nicht nur Zuschauer, sondern auch einige Teilnehmer vom Umzug abgehalten. Diejenigen, die sich gestern Früh aufmachten, hatten viel Freude. Hörte man durch den Markt das stete Gebetsmurmeln und die festliche Blasmusik, so wich die Ernsthaftigkeit dieser Wallfahrt nach deren Beendigung in Froschhausen.

Jetzt wurde es munter. Kunterbunt wurden die Besatzungen der Wagen gemischt, mal gab es hier einen Tee, mal dort ein Schnapserl oder was Süßes. Es war wie ein großes Familientreffen und als Pfarrer Schindele die Messe gelesen und den Segen erteilt hatte, holte sich die Schar ihre Wallfahrts-Mass und Leonhardi-Würscht ab. Wirklich lange wollten die Leonhardi-Fahrer dann aber nicht verweilen. Zu nass war es und ein bisschen zu ungemütlich. Die Kutschen machten sich auf den Heimweg – die vielen Teilnehmer freilich hatten schnell Plätze in den Murnauer Gaststätten belegt und wärmten sich dort wieder auf.

Bilder von der Leonhardifahrt

Impressionen von der Leonhardi-Fahrt in Murnau

Der Sicherheitsaspekt, der nach dem Unfall im vergangenen Jahr in den Mittelpunkt gerückt war, hatte die Leonhardifahrt fast unbemerkt eingeschränkt. Im Markt war die Engstelle bei Mariensäule mit einem Gitter umzäunt worden. Alles lief und ruhig und friedlich ab. Jedem Teilnehmer, aber auch den Sicherheitskräften von der Feuerwehr war klar, dass trotz den Maßnahmen immer noch ein Restrisiko besteht. „Das sind halt Viecher – und da weiß man nie“, meinte ein Feuerwehrmann im Markt. Im vergangenen Jahr hatte Pfarrer Schindele wegen des schlechten Wetters die Messe in die Froschhausener Kapelle verlegt. Dem Vernehmen nach könnte das ein Fehler gewesen sein, denn daraufhin seien etliche Kutschen einfach drauf losgefahren – und die entstehende Unruhe könnte möglicherweise ein Grund für den Unfall gewesen sein. Pfarrer Schindele wird bei der Froschhausener Leonhardifahrt sicherlich keine Messe mehr verlegen – mit seiner guten Laune kann er ja auch noch bei strömendem Regen für beste Wallfahrtsstimmung sorgen.

Christian Kolb

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