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Eng bemessen: Im Wallgauer Feuerwehr-Gerätehaus stehen die Löschfahrzeuge direkt neben den Umkleiden. Im Einsatzfall könnte das sogar gefährlich werden. 

Zustand mit Gefahrenpotenzial

Akute Platznot bei der Feuerwehr Wallgau

Das Feuerwehr-Gerätehaus in Wallgau platzt aus allen Nähten. Eine Erweiterung wird dringend benötigt. Die Pläne für das Vorhaben liegen bereits vor. Den Umbau wollen die Ehrenamtlichen finanziell selbst stemmen.

Wallgau – Wenn die Alarmglocke schrillt im Gerätehaus der Wallgauer Feuerwehr, heißt es Beeilung für die 91 aktiven Mitglieder. Immer mehr Einsätze haben sie zu verzeichnen, alleine im vergangenen Jahr mussten sie 58 Mal ausrücken. Doch schon ehe sie aufbrechen, wird der Ernstfall für die Feuerwehr-Kameraden zur Herausforderung. „Wenn sich hier alle Männer für den Einsatz fertig machen, geht es zu wie in einem Bienenschwarm“, erklärt Holler.

Einen Überblick kann er sich als Kommandant in dem Trubel eines zu kleinen Gerätehauses keinen mehr verschaffen. Genauso wenig die Fahrzeugführer. Durch den Platzmangel sind die Brandbekämpfer gezwungen, sich direkt neben den großen Löschfahrzeugen umzuziehen. „Wir können von Glück reden, dass da noch nichts Schlimmes passiert und niemand unter ein Fahrzeug gekommen ist.“ Die 88 Kleiderspinde sind quer verteilt in der Wache, schließlich muss jeder Zentimeter genutzt werden. Manche Gefährte wie der Stromerzeuger-Anhänger können nicht einmal untergestellt werden.

Seit dem G7-Gipfel 2015 im Schlosshotel Elmau, welcher der Feuerwehr ein neues Fahrzeug bescherte, ist Holler mit seinem Vorstand in die Planungen für eine Erweiterung des Gerätehauses vertieft. Entstehen sollen zwei neue Stellplätze, die den aktuellen Anforderungen entsprechen, insbesondere für die großen Fahrzeuge. Zudem ist eine 100 Quadratmeter große Umkleide für die Mitglieder vorgesehen, um Laufwege zur Gefahren- und Unfallverhütung zu schaffen. „Auch die Zufahrts- und Alarmwege sollen künftig getrennt werden“, sagt Holler. Denn momentan seien die Kameraden gezwungen, von beiden Seiten aus der Wache zu fahren. Ein absolutes Unding, da schließlich die Grundschule gleich neben dem Alarmweg liegt und es keine vernünftigen Parkplätze für die Privatautos der Rettungskräfte gibt. Der Anbau ist nun in Richtung Kurpark geplant. Die benötigte Fläche gehört allerdings der Kirche. Deshalb sei nun die Gemeinde gefragt, mit deren Vertretern in Verhandlung zu treten.

Mitglieder packen selber an

Finanziert werden soll die Erweiterung, die geschätzt 345 000 Euro kosten wird, durch die Feuerwehr selbst. „Mit dem neuen Anbau würde eine weitere Wohnung über dem neuen Gerätehaus entstehen“, erläutert Holler. Durch diese Miete sowie die Einnahmen der bestehenden Wohnung würde der Kredit stetig zurückbezahlt werden. „Staatlich gefördert werden rund 58 000 Euro, den restlichen Betrag wollen wir durch Spendengelder stemmen.“

Der Kommandant und Erste Vorsitzende des Feuerwehrvereins darf sich glücklich schätzen, viele Handwerker und Leute vom Fach in seinen Reihen zu haben. „Vom Zimmerer über Elektriker bis hin zum Bau-Ingenieur ist so ziemlich jede Berufssparte in Wallgau bei der Feuerwehr vertreten.“ Einiges an Eigenleistung könnte erbracht werden und somit die Kosten nochmals senken.

Der letzte große Umbau fand von 1994 bis 1996 statt. Damals war aber noch nicht ersichtlich, wie schnell sich gesetzliche Vorgaben ändern können. Schon 2014 wurden im Zuge einer Begehung der Kreisbrandinspektion gleich „mehrere Sachverhalte in der Fahrzeughalle bemängelt“. Die vorhandenen Stellplätze entsprechen nicht mehr „den normativen Vorgaben“ einer Feuerwehr. Schließlich werden „die Autos stetig größer und auch die Ausrüstung von Jahr zu Jahr mehr“.

Sollten die Gespräche zwischen Gemeinde und Kirche bezüglich der anliegenden Kurpark-Fläche positiv verlaufen, „würden wir sofort mit den Detail-Planungen beginnen“, sagt Holler. Wenn im kommenden Jahr grünes Licht für die Ehrenamtlichen gegeben wird, könnte somit vielleicht schon 2019 der Spatenstich für die Erweiterung des Gerätehauses erfolgen.

Josef Hornsteiner

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