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Bastian Eiter zieht in den WallgauerGemeinderat ein. 

Personalien im Gemeinderat

Ein „Unterlandler“ greift in Wallgau an

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Evangelisch, ein „Zuagroaster und obendrein ein Roter: Im stockkonservativen Wallgau bringt demnächst Nachrücker Bastian Eiter im Gemeinderat Farbe ins Spiel.

Wallgau – Evangelisch, Zuagroaster und SPD-Mitglied: Bastian Eiter bringt eigentlich alles mit, um im konservativen Wallgau ein Amt – noch dazu ein politisches – nicht übernehmen zu können. Der 43-Jährige macht das schier Unmögliche möglich: Er zieht am 26. April für den Wählerverein in den Gemeinderat ein – und nimmt den Platz der zurückgetretenen Julia Schwarzenberger ein.

Eiter ist der dritte Kandidat auf der Nachrücker-Liste. Kathrin Breith und Michael Sperer mussten das Mandat ablehnen. Als siebter auf der Kommunalwahl-Liste von 2014 kommt nun der Wahl-Wallgauer zum Zug – und der ist mehr als bereit für seine neue Aufgabe.

Seine „Ausschlusskriterien“ sieht er nicht als Hindernis an. Der Wählerverein beispielsweise wusste von Anfang an über seine „roten“ Züge Bescheid. Die politische Färbung spielt für Eiter ohnehin keine Rolle. „In der Kommunalpolitik ist die Parteizugehörigkeit zweitrangig“, sagt der Familienvater. Es gehe ihm um sachbezogenes Handeln – diese Ansicht vertritt er zumindest.

Mit Eiter zieht kein Neuling ins Gremium ein. In seiner Heimat Seeshaupt sammelte er bereits von 2002 bis 2011 Erfahrung als Gemeinderat, fungierte auch als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins als Fraktionsvorsitzender (ab 2008). Mit seinem Umzug nach Wallgau konnte Eiter seine Ämter nicht mehr vereinbaren. Seit knapp sieben Jahren lebt er nun in der Isartaler Gemeinde, die er früher gar nicht kannte. „Man hat mir gesagt, da gibt’s nur Muhackl“, erzählt der Bauingenieur, lacht und ergänzt. „Aber das war nicht so.“

Seine offene Art machte Eiter, der in Penzberg arbeitet, den Start in Wallgau leicht. Sein erster Anlaufpunkt: die örtliche Freiwillige Feuerwehr, bei der er dem Ausschuss angehört. Wenn es um die Brandbekämpfer geht, kennt sein Einsatz kaum Grenzen. Der 43-Jährige ist stellvertretender Bezirksjugendfeuerwehrwart Oberbayerns und zuständig für rund 10 000 Jugendliche. Gleichzeitig kümmert er sich als Kreisbrandmeister bei der Inspektion Weilheim-Schongau um die Fachbereiche Jugend sowie Brandschutzerziehung und engagiert sich bei der BRK-Bereitschaft Seeshaupt als Rettungssanitäter. Jetzt kommt noch ein Posten dazu. Was die Familie dazu sagt? „Die ist leiderprobt“, meint Eiter. „Ich bin oft unterwegs.“

Genug Zeit, um sich mit dem Ortsgeschehen zu beschäftigen, räumt er sich aber frei. Zusammen mit einem Spezl füttert er die Internet-Seite woiga.de mit Nachrichten. Das will er auch als Gemeinderat weiterhin tun – mit absoluter Neutralität. „Ich werde auch nicht aus nicht-öffentlichen Sitzungen berichten.“ Ihm geht’s um Information für die Bürger, nicht darum, seine Meinung zu veröffentlichen. Mit der, so viel kündigt der „Unterlandler“ schon an, hält er im Kommunalparlament nicht zurück. „Ich bin kein Schweiger.“ Vor allem wird er auf Entscheidungen drängen. Er ist kein Freund von ewigem Hinausgezögere.

Mit der Einstellung ist der neue Gemeinderat in Wallgau gut aufgehoben – vor allem bezüglich des Kirchenböbls, dessen Zukunft seit Jahren zur Diskussion steht. Mit der Materie ist Eiter vertraut, er wirkte anfangs in einem Arbeitskreis der Dorferneuerung mit. Sein Interesse gilt aber auch den Themen Bauen und Brandschutz, Tourismus und Schule. Welche Schwerpunkte er übernehmen soll, weiß Eiter noch nicht. Über die wichtigsten Projekte und Vorgänge in Wallgau weiß er jedenfalls Bescheid. „Ich war seit zwei Jahren in ziemlich jeder Gemeinderatssitzung“, sagt er. Damals noch freiwillig, ab Ende April als Mandatsträger.

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