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Bauland oder nicht? Diese Frage gilt es, bei den rot gekennzeichneten Bereichen zu klären. 

Ein Dorf versucht sich zu entwickeln

Exquisites Bauland? Wallgau zieht’s nach außen

Das Isartal-Dorf hat ein Problem. Es verfügt innerorts zwar über große Flächen, doch ein Zugriff darauf ist aus privatrechtlichen Gründen nicht beziehungsweise schwer möglich. Neue Bauparzellen können daher nur an den Randlagen geschaffen werden – in exquisiten noch dazu. Diese Meinung vertritt zumindest die Mehrheit des Gemeinderats.

Wallgau – Nicht nur Biathlon-Doppel-Olympiasiegerin Magdalena Neuner möchte in ihrer Heimatgemeinde den Traum vom Eigenheim verwirklichen. Auch andere einheimische Familien soll’s in Wallgau geben, die bauen möchten, aber nicht können – weil ihre Grundstücke, Stand heute, dafür nicht ausgewiesen sind. Das möchte der Gemeinderat nun ändern und den Flächennutzungsplan entsprechend modifizieren. Das Problem dabei: Alle Parzellen, die zur Disposition stehen, befinden sich in zum Teil exquisiten Randlagen. Diese zu bebauen, behagt Bernhard Wilde (Wählerverein) ganz und gar nicht. „Mir passt die Entwicklung grundsätzlich nicht“, wiederholte er im Gemeinderat nicht zum ersten Mal seinen Standpunkt. Er befürchtet nicht nur eine Fehlentwicklung in der Peripherie, sondern auch die Schaffung von Präzedenzfällen, die Immobilien-Spekulanten Tür und Tor öffnen.

Das sieht Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) völlig anders. Was wäre die Alternative?, fragte er in die Runde. „Wir können innerorts doch nicht enteignen.“ Denn potenzielles Bauland gibt es im Grunde in Wallgau genug. Die Krux: Diese Flächen sind in Privathand, und viele von den Eigentümern denken angesichts des (Millionen-)Werts oder aus familiären Erwägungen nicht im Traum daran, ihren Grund und Boden beispielsweise für ein Einheimischenmodell herzugeben.

Nicht zuletzt deshalb zieht’s die Lokalpolitiker nach draußen – bis auf Wilde und teilweise auch Julia Schwarzenberger (Wählerverein). Doch auch trotz ihrer Bedenken will der restliche Gemeinderat die strittigen Flächen von Grün- in millionenträchtiges Bauland umwandeln. Doch dazu muss erst der Flächennutzungsplan geändert werden. Was in bestimmten Bereichen gar nicht so einfach ist. Da, so der Bürgermeister, „alle neun Positionen rund um Wallgau samt und sonders mit einem Problem behaftet sind“.

Nach Rücksprache mit den Fachbehörden nahm der Rat deshalb einige besonders harte Nüsse (Flächen zwei, drei, vier, sieben – siehe Skizze rechts) vorerst aus den weiteren Planungen heraus. „Sonst tun wir bis zum Sankt Nimmerleinstag herum“, wie Zahler die von ihm vorgeschlagene Einzelfall-Prüfung begründete. Schließlich soll einheimischen Familien zeitnah geholfen werden.

„Es ist ein Verfahren mit zwei Geschwindigkeiten“, fasste Zahler die Strategie zusammen. Soll heißen: Zum einen diejenigen, die mit ihrem Vorhaben Aussicht auf Erfolg haben könnten, jetzt sofort zu unterstützen. Zum anderen die Ansinnen der anderen, die ein größeres Problem darstellen, zumindest nicht aus den Augen zu verlieren.

Christof Schnürer

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