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Ausgezeichnet: (ab 2. v. l.) Christine und Johannes Niklas aus Wallgau freuen sich über den Förderpreis. Ihnen gratulieren auf der Biofach-Messe in Nürnberg (v. l.) NABU-Beiratsvorsitzender Professor Hardy Vogtmann, Naturland-Präsidiumsmitglied Eberhard Räder und NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Milch macht den Unterschied

Förderpreis für Öko-Bauer Niklas aus Wallgau

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Öko-Bergbauernmilch gibt es im Oberen Isartal nur von einem: Johannes Niklas aus Wallgau. Sein Betrieb genießt in der Branche eine Vorreiterrolle. Auf der Biofach-Messe in Nürnberg erhielt er nun den verdienten Lohn: den ausgelobten Förderpreis des Naturschutzbundes.

Wallgau/Nürnberg – Johannes Niklas (45) will um seine Arbeit nicht viel Aufsehen machen. Doch in einem Punkt klingt Stolz aus seinen Worten: „Im Isartal bin ich der erste und einzige, der Bio-Milch liefert.“ Der Landwirt, der Mitglied beim Ökoverband Naturland ist, hat für seine Art der Bewirtschaftung nun beim Wettbewerb „Gemeinsam Boden gut machen“ des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) neben zwei weiteren Betrieben einen mit 80 000 Euro dotierten Förderpreis erhalten. Ausgehändigt wurde ihm und seiner Frau Christine diese Auszeichnung auf der Biofach-Messe in Nürnberg.

Was Naturland-Vize-Präsident Hans Bartelme besonders freute. „Mit Ihrer Innovationskraft und Ihrem herausragenden Engagement im Naturschutz stehen sie beispielhaft für über 270 deutsche Öko-Betriebe, die sich im vergangenen Jahr zur Umstellung auf Naturland entschieden haben.“

Familie Niklas hat in ihren Berghof am nördlichen Ortsrand von Wallgau viel Energie und Geld gesteckt. Gemeinsam mit seiner Frau, Vater Peter und den Söhnen Johannes (15), Korbinian (9) und Stefan (8) versorgt Johannes Niklas, der den elterlichen Hof 2002 übernahm, 38 Kühe sowie 38 Kälber und Kalbinnen. „Wir richten das Augenmerk aufs Tierwohl“, versichert der Bio-Landwirt. Er steht für „mutter-gebundene Aufzucht“. Das heißt: Die Kälber dürfen die erste Zeit bei der Mutterkuh und später bei einer sogenannten Amme trinken. Daneben können sich die Nutztiere auf dem Ganzjahreslaufhof bewegen.

Beim „Hias“ bewirtschaftet man eine Fläche von 35 Hektar. Gedüngt wird ohne Stickstoffmittel – nur Mist und Gülle werden verwendet. Niklas hatte sich als erster Öko-Milchviehbetrieb im Oberen Isartal für eine Erfassung von Naturland-Milch bei der Molkerei Berchtesgadener Land in einer Region eingesetzt, in der bisher keine Öko-Milch geliefert wurde. Für sein Produkt erhält Niklas zehn Cent pro Liter Aufschlag.

Niklas sieht sich nicht nur wegen des NABU-Förderpreises mit seinem Bio-Kurs auf einem guten Weg. „Das ist in unserer Gegend das richtige.“

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