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Mannschaft gefunden: CSU-Ortsvorsitzender Bernhard Neuner (5. v. l.) darf im Vorstandsteam nicht nur seine Ehefrau Doris, sondern auch (v. l.) Robert Kuplwieser, Andreas Mücke, Andreas Froschmayer, Philipp Hubbauer, Georg Rauch, Johannes Niklas und Hansjörg Zahler willkommen heißen.

Aufatmen bei den Schwarzen 

Im zweiten Anlauf klappt’s bei der Wallgauer CSU

Das Wahldebakel vor drei Wochen ist vergessen: Die Wallgauer CSU hat einen neuen Vorstand. Diesmal sind genügend Parteimitglieder zur Jahresversammlung erschienen. Falls sich die Postensuche weiterhin derart schwierig gestaltet, denkt der im Amt bestätigte Ortsvorsitzende Bernhard Neuner junior allerdings in zwei Jahren an einen Rücktritt.

Wallgau Im zweiten Anlauf hat’s geklappt: Der 1978 gegründete CSU-Ortsverband Wallgau verfügt wieder über eine neugewählte Führungsmannschaft. Auch die erforderlichen Delegierten zu den Kreis-, Bezirks- und Landtagswahlen konnten bei der erneut einberufenen Jahresversammlung im Gasthof Isartal gefunden werden.

Orstvorsitzendem Bernhard Neuner junior (48) fällt ein Stein vom Herzen: „Denn seit dem letzten abgebrochenen Treffen ist mir die Schwierigkeit bewusst geworden, geeignete Mitglieder für diverse Vorstandsposten zu gewinnen“. Umso mehr musste sich der Posthalter – er steht bei den Schwarzen seit 2015 an der Spitze – im Vorfeld von Runde zwei ins Zeug legen. „Hinwerfen ist nicht meine Art“, erläuterte er eingangs der Versammlung im Gründungslokal. „Ich habe erneut viele Gesprächen geführt und Mitglieder gefunden, die wie ich bereit sind, unseren Ortsverband am Leben zu erhalten.“ Der Inhaber des Hotels Post räumte jedoch ein, dass vielleicht noch mehr als die 15 anwesenden Mitglieder gekommen wären, „wenn ich allen gesagt hätte, dass ich für alle Posten schon einen Kandidaten habe“.

Nachfolger für die vakanten Vorstandsposten fand Neuner dabei sogar in der eigenen Familie. So stellte sich seine Ehefrau Doris als Schriftführerin zur Verfügung. Zudem hatte der Ortsvorsitzende Rechtsanwalt Andreas Mücke (55) und Gemeinderatskollegen Philipp Hubbauer überreden können. Die beiden übernehmen nun die Posten des Kassiers beziehungsweise des Beisitzers.

Trotz dieses Erfolgs ist der 48-jährige Gastronom ob des schleppenden Procederes nachdenklich geworden. Gegenüber seinen Parteifreunden stellte er klar: „Falls es im Ortsverband weiterhin so schwierig bleibt, dann höre ich in zwei Jahren auf!“

Seit 2011 sanken die Mitgliederzahlen bei den einstigen Vorzeige-Schwarzen von 67 auf aktuell 52. Mit akutem Personalschwund kämpft seit längerem in gleicher Weise die Junge Union. „Auch bei uns hängt es derzeit“, gab Andreas Froschmayer, der Vorsitzende der Nachwuchsorganisation, unumwunden zu. Der Grund dafür liegt ihm zufolge nicht in erster Linie an der vielzitierten Politikverdrossenheit. „Viele unserer Mitglieder sind ja noch in anderen Vereinen und Institutionen wie Feuerwehr, Berg- und Wasserwacht tätig.“

Nicht zuletzt deshalb schlug Wahlleiter Josef Berwein senior intensive Werbung in eigener Sache vor. So sollten beispielsweise durch Info-Veranstaltungen und Feste, bei denen auch hochrangige CSU-Vertreter vorbeischauen, das verloren gegangene Miteinander gestärkt und Interessierte zum Eintritt ermuntert werden. Dieser Idee konnte der stellvertretende Ortsvorsitzende Hansjörg Zahler nur zustimmen. „Als CSU-Bürgermeister hat man durch die Kontakte zum Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber oder Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt einfach einen Informationsvorsprung.“ Eines wollen die Christsozialen auf alle Fälle bleiben: Eine feste Größe in der Ortspolitik.

Wolfgang Kunz

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