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Zeit für eine Pause: Peter Coutandin, der Ziegenpeter aus dem Odenwald, legt an der Isar, unterhalb von Wallgau, mit seinen drei Gefährten eine Rast ein. 

Dahinter steckt ein tiefer Sinn

Heidi lässt grüßen! Dieser „Ziegenpeter“ begibt sich auf eine außergewöhnliche Reise

Er erfüllt sich einen Wunsch: Peter Coutandin marschiert von Hessen bis in die Eng. Dabei hat er drei Ziegen.

Wallgau – Ihn hört man schon von Weitem. „Grüß Gott, ich bin der Ziegenpeter aus dem Odenwald“, ruft er einem fröhlich entgegen. Im Schlepptau hat Peter Coutandin drei große Ziegen. Die stellt er auch gleich vor: „Anton, Klärchen und Sternchen.“ Was klingt wie bei Heidi, hat einen tiefen Sinn.

Der 54-Jährige stammt aus dem hessischen Scharbach und ist bereits seit dem 14. April unterwegs. Rund 500 Kilometer haben er und seine tierischen Begleiter inzwischen den Neckar herunter zurückgelegt, zogen über Ulm ins Werdenfelser Land. In Oberammergau, als er die Berge erblickte, war der „Pilger“ zu Tränen gerührt. Über das Eschenlainetal, wo ihn das Unwetter richtig erwischte, kam der Wandersmann schließlich nach Wallgau und an die Isar. Ein schönes Fleckchen Erde – perfekt für eine Pause und Übernachtung.

Der mitteilsame, selbstständige Baumpfleger hat derzeit beruflich wenig zu tun. Einerseits wegen des Vogelschutzes, andererseits, weil die Bäume im Saft stehen. „Deshalb nütze ich die Zeit und erfülle mir den Wunsch, mit meinen drei Lieblingen zum Ahornboden in die Eng im Karwendel zu wandern“, sagt der „Kletterpete“ Coutandin. Dort bleibt er noch ein paar Tage. „Dann holt uns meine Freundin mit dem VW-Bus ab.“

Seine Inspiration zum längeren Verweilen in der freien Natur begründet er mit einem Gleichnis: „Der Vater fragte den Sohn, warum gehst Du in den Wald. Ich möchte Gott näher sein, antwortete der Sohn. Gott ist doch überall gleich, meinte der Vater. Aber nicht überall der Gleiche, erwiderte der Sohn.“ Die Erfahrung des Hessen, dass er meistens gastfreundliche, hilfsbereite und nette Menschen traf, die ihn mit offenen Armen aufnahmen und teils bewirteten, bestätigt ihm dies.

Unterschlupf fand das Quartett in Heustadeln, Schutzhütten und Unterständen. Jede einzelne Halbe Bier, die man ihm ausschenkte, habe er genossen. Ein bisschen Stärkung für seinen weiteren Weg, für die letzten 30 Kilometer einer außergewöhnlichen Reise.


Leonhard Habersetzer

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