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Entscheidung fällt am Donnerstag, ob hier im Rathaus künftig hauptamtlich oder ehrenamtlich regiert wird.

Diskussion im Gemeinderat

Diskussion erwartet: Bekommt Wallgau einen ehrenamtlichen Bürgermeister?

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In Wallgau entscheidet der Gemeinderat darüber, ob das Bürgermeisteramt nur mehr ehrenamtlich geführt wird. Ortschef Zahler steht dem „neutral“ gegenüber. Ob er wieder antritt? Er weiß es nicht.

Wallgau – Das amtierende Oberhaupt von Wallgau, Hansjörg Zahler (CSU), will auch nach der ersten Jahreshälfte 2019 immer noch nicht damit rausrücken, ob er sich bei der Kommunalwahl 2020 wieder als Bürgermeister zur Verfügung stellt: „Das weiß ich noch nicht“, sagt er kurz und knapp. Für ihn ist diese Frage „momentan überhaupt nicht wichtig“. 

Absolut „neutral“ steht er deshalb auch der Diskussion am Donnerstagabend, 25. Juli, im Gemeinderat gegenüber. Im Rathaus wird ab 20 Uhr der Antrag des Wallgauer Wählervereins unter Vorsitz des Vizebürgermeisters Karlheinz Schwaiger behandelt. Er und seine Parteigenossen fordern „eine Entscheidung zur Festlegung der Rechtsstellung des Ersten Bürgermeisters“. Aus dem Amtsdeutsch übersetzt heißt das: Sie wollen endlich wissen, ob in Wallgau nach der Kommunalwahl am 15. März 2020 nur mehr ein ehrenamtlicher Rathauschef die Geschicke des 1400-Seelen-Ortes leiten wird. 

Hansjörg Zahler (CSU) sieht dem Ergebnis gelassen entgegen

Dem Ergebnis sieht Zahler gelassen entgegen. „Es hat beides, haupt- und ehrenamtlich, seine Vor- und Nachteile.“ Der Vorteil eines Ehrenamtlichen wäre, dass er wesentlich weniger Geld kostet, auch wenn dann der Wallgauer Bürger für die Altersvorsorge in Form eines Ehrensolds aufkommen muss. Der Nachteil: Der Bürgermeister sei nicht mehr so präsent und manche Projekte wären schwieriger anzupacken. 

Markus Hörmann (CSU) kann ein Lied davon singen. Der Diplom-Geologe ist Bürgermeister der 2500 Einwohner zählenden Gemeinde Seehausen. Sie ist eine von zehn Kommunen im Landkreis, die ehrenamtlich geführt werden. Hörmann muss für seine Tätigkeit als Ortsoberhaupt fast 40 Wochenstunden aufbringen. Als selbstständiger Geschäftsführer ist das möglich. „Aber als Angestellter keinesfalls zu stemmen, wenn man kein Beamter ist, der freigestellt werden kann.“ Täglich ist er im Rathaus und erledigt die anfallenden Geschäfte. Die Seehauser Bürger kennen es nicht anders: Der Ort am Staffelsee hatte noch nie ein hauptamtliches Oberhaupt. „Wir fahren sehr gut damit.“

Riegsee dreht den Spieß um: Dort wird wohl wieder ein hauptamtlicher Bürgermeister kommen müssen

Anders sieht es beispielsweise in Riegsee aus. Dort steht der Gemeinderat vor einer folgenschweren Entscheidung: Er wird wohl oder übel den bislang ehrenamtlichen Posten in einen hauptamtlichen verwandeln müssen. Der Grund: Es findet sich kein Nachfolger für den scheidenden Ortschef Rudolf Kühn (ödp). Er hat bereits – im Gegensatz zu Zahler – über seine berufliche Zukunft entschieden und tritt bei der nächsten Wahl nicht mehr an. Potentieller Nachfolger wäre Zweiter Bürgermeister Ingo Presuhn. Allerdings kandidiert der 52-Jährige nur, wenn der Posten hauptamtlich wird. 

Lesen Sie auch: Kommunalwahl: Dorfliste in Ohlstadt ist gestorben

In Wallgau hatte die Bürgermeister-Partei CSU bei ihrer Versammlung im April überraschend den Vorschlag in den Raum geworfen. Es sollte „im Zuge der Haushaltsberatungen mal offen darüber geredet werden, ob wir uns einen hauptamtlichen Bürgermeister weiter leisten wollen“, sagte CSU-Ortsvorsitzender Bernhard Neuner junior (wir berichteten). Nun will der Wallgauer Wählerverein (WWV) mit seinem Antrag endlich mit einer Entscheidung der Gerüchteküche im Ort ein Ende setzen. Bekanntlich steht der WWV hinter einem hauptamtlichen Bürgermeisterposten. „Wenn man weiß, welche Projekte derzeit im Rathaus bearbeitet werden müssen und auch noch anstehen, dann dürfte sich diese Frage eigentlich gar nicht stellen“, sagte Schwaiger gegenüber dem Tagblatt.

Die Gemeinderatssitzung findet am Donnerstag, 25. Juli um 20 Uhr im Sitzungssaal im Rathaus statt.


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