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Wenig einladend: Beim Areal an der Pfarrkirche St. Sebastian besteht laut Experten Handlungsbedarf. 

Dorferneuerung in Krün 

Kirchplatz: „Asphaltsee“ soll verschwinden

Wie wird der Krüner Kirchplatz nach der Dorferneuerung aussehen? Der Gemeinderat hat sich nun für eine Variante entschieden, die vor allem den Verkehr künftig ausbremsen soll.

Krün„Ein Asphaltsee“ – das Urteil von Susanne Dorner in puncto Krüner Kirchplatz ist schonungslos. Für die Expertin vom Münchner Büro Plankreis steht außer Frage, dass das Areal um St. Sebastian „anspruchsvoller gestaltet“ werden muss. Die schmucklose Fläche ist bei Prozessionen sowie an Sonn- und Feiertagen Dreh- und Angelpunkt, von den Einheimischen und Gästen wird er verkehrsmäßig unter der Woche stark frequentiert. Nicht einfach also, dort eine bestmögliche Lösung zu finden. Nun konnten sich der Gemeinderat, der Vorstand der Dorferneuerung sowie einige Zuhörer im Rathaus selbst ein Bild von den Ideen machen.

Mit einem Beamer projiziert Dorner vier verschiedene Varianten auf die Leinwand. „Diese Möglichkeiten hätten wir“, sagte sie im Beisein ihres Kollegen Michael Heintz. Bedacht werden musste bei diesen Vorentwürfen so einiges. Die Verkehrssicherheit steht an oberster Stelle, nicht zuletzt weil die Schulbus-Haltestelle am Platz liegt. Zudem musste ein Kompromiss zwischen anspruchsvoller Optik und genügend Stellplätzen, vorrangig für Kirchgänger, austariert werden.

Entschieden hat man sich nun für eine großflächige Variante. „Der Bodenbelag wird verändert“, präzisierte Dorner. Statt des bisherigen „Asphaltsees“ soll der Kirchplatz neu gepflastert werden. „Durch den Belagwechsel haben wir auch eine gewisse Bremswirkung“, erhofft sich Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU). Denn bisher war die Kreuzung, wo Edelweiß- und Fischbachalmstraße sowie Kirchplatz zusammenlaufen, ein zügig befahrenes Fleckchen der 2000-Seelen-Gemeinde.

Ein Fußgänger-Gehweg auf der südlichen Seite soll vor allem Schulkinder und Kirchgänger sicher nach Hause führen. Um Synergien zu schaffen, wird nun auch die Infrastruktur geprüft. So zählt beispielsweise die Wasserleitung in der Fischbachalmstraße aus dem Jahr 1880 zu den ältesten in Krün. Deshalb sollen veraltete Verkabelungen und Rohre gleich mit erneuert werden.

Ein Kompromiss mit der Optik musste bei den möglichen Stellplätzen eingegangen werden. An normalen Wochentagen „würden zwei bis maximal vier reichen“, meint Schwarzenberger. An Sonntagen, Feiertagen oder sonstigen Festlichkeiten in der Kirche würde das allerdings ganz anders aussehen. „Da bräuchten wir bald 40 Stück.“ Geeinigt hat man sich deshalb auf vorerst maximal 19 Stellplätze. Denn ihm ist klar, dass die Wichtigkeit der Optik überwiegt.

Da diese Variante nun beschlossen ist, geht es für den Münchner Plankreis ans Eingemachte. Er wird aus der Vor- eine Eingabeplanung fertigen. Möglicher Baubeginn könnte laut Schwarzenberger 2019 sein. Jetzt müssen noch Details beraten werden, ob beispielsweise ein Ornament oder ein optisch ansprechendes Schmuckpflaster auf dem Kirchplatz integriert werden soll und welche Pflastersteine überhaupt zur Verwendung kommen. Auch die Neubepflanzung von Bäumen und weiterem Grün soll den bisherigen „Asphaltsee“ aufwerten.

Josef Hornsteiner

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